Gemeinschaft, § 245

1927 – III – 3

Anpassungsfähigkeit ist das beste Mittel für die Erhaltung der Kräfte. Oft wird gefragt, wie man diese Eigenschaft entwickeln soll. Die Entwicklung der Anpassungsfähigkeit findet im Lebensstrom statt. Allen ist das Gefühl der Grenzen der Sphären bekannt. Wenn ihr aus einem Spielhaus auf die graue Straße tretet, dünkt es euch, als wäret ihr in eine niedere Sphäre gefallen. Wenn ihr nach feierlichen Festlichkeiten zu eurer täglichen mühsamen Arbeit zurückkehrt, seid ihr von der traurigen Alltäglichkeit betroffen. Wenn ihr, aus schrecklicher Kälte kommend, ein herrliches Gebäude betretet, scheint es die Krönung der Vollkommenheit zu sein. Eine träge Anpassungsfähigkeit erzeugt eine Reihe falscher Vorstellungen. Diese Lüge macht euch schüchtern und unbeholfen. Die Menschen kriechen vor dem Trugbild eines Effekts. Sie beengen ihre eigenen Begriffe vor dem Unerwarteten, doch alles muss in einer entgegengesetzten Art stattfinden. Gewöhnt euch streng daran, entgegengesetzte Empfindungen aufzunehmen und Unerwartetes zu erfassen. Alles ist erwartet, weil alles bewusst ist. Die Lüge eines Trugbildes zwingt einen, bestimmte Ausdrücke zu fürchten. Ihr beginnt vor dem Wort ‘Geist’ Angst zu verspüren, obwohl ihr wisst, dass dies ein bestimmter Zustand der Materie ist. Furchtsam vermeidet ihr das Wort ‘Schöpfer’, obgleich ihr wisst, dass jede materielle Bildung ihren Schöpfer hat. Lüge und Angst sind armselige Ratgeber. Man kann viele Formen von Aberglauben anführen, die Erwachsene zu Kindern werden lassen. Wir bitten dringend, verwerft den ganzen Aberglauben und erkennt in allem die Wirklichkeit. Schade um jene, die auf einem Fuß hüpfen. Dieser Anblick erinnert an ein Märchen, in dem das Kindermädchen dem Kind, damit es nicht wegläuft, einredet, es sei ein Zeichen hoher Geburt, auf einem Bein zu hüpfen.

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