1927 – II – 20
Es könnte gefragt werden, wie mit Verrätern umzugehen sei. Lügner und Faulenzer kann man leicht vertreiben, es ist jedoch nicht möglich Verrat zu verhindern. Wir können ein Beispiel nennen, wo einer Unserer Mitarbeiter einen Verrat duldete. Der Wächter sagte zu ihm: ‘Richte dich selbst.‘ Der Verräter lächelte hämisch und lebte weiter als ob nichts geschehen wäre. Doch nach einem Jahr der Schlaflosigkeit erwartete er angstvoll den Tod. Todesangst ist das schwerste Selbstgericht. Todesangst verhindert die Weiterentwicklung und beneidet jeden, der freudestrahlend die Ebenen des Lebens wechselt. Todesangst ist eine Plage, vor der man nicht weglaufen kann, sie ist eine unbeschreiblich kalte Starre. Einem potenziellen Verräter muss man daher sagen: ‘Hüte dich vor Todesangst.‘ Wir können beobachten, wie durch die Bildung einer Gemeinschaft der Schrecken des Todes auf natürliche Weise schwindet; wie der Übergangsprozess normal und gewöhnlich wird. Auf diese Art werden Friedhöfe abgeschafft und Gefängnisse überflüssig. Ist denn ein Gefängnis nicht eine Art Friedhof? Arbeit bringt Freiheit und Begeisterung tritt an die Stelle der Friedhofstimmung. Arbeit und Begeisterung – sind Ursache und Wirkung der Energie.