Gemeinschaft, § 216

1927 – I – 27

Hütet euch vor jenen, die keine Zeit haben. Trügerische Geschäftigkeit zeugt vor allem von Unfähigkeit, die Kostbarkeit der Zeit und des Raumes zu nutzen, und solche Menschen können nur die primitiven Arbeiten ausführen. Es ist unmöglich, sie zum Aufbau heranzuziehen. Wir haben bereits über die Fälscher der Termine gesprochen, die anderen die Zeit stehlen. Jetzt lasst uns über die erbärmlichen Müßiggänger und Dummköpfe reden, die den Pfad des Lebens versperren. Sie sind so rührig wie eine Pfefferdose; für sie stellt Arbeit immer eine Bitternis dar; sie sind aufgeblasen wie Truthähne. Durch ständiges Rauchen sind sie für viel Gestank verantwortlich und verwandeln den Arbeitsplatz in einen Betäubungsraum. Sie denken sich Hunderte von Vorwänden aus, um die Lücken fauler Arbeit zu füllen. Sie können keine Stunde für das Dringendste aufbringen. In ihrer Dummheit bringen sie es fertig, anmaßend zu sein und das für sie Wesentlichste abzulehnen. Sie sind genauso leistungsfähig wie jene, die anderen die Zeit stehlen. Sie müssen vom neuen Aufbau ausgeschlossen werden; ihnen kann das Tragen der Ziegelsteine überlassen werden. Wir kennen viele Schaffende, die Zeit für das Wichtigste finden; ihnen scheint es gar nicht, dass sie zu sehr beschäftigt wären. Wer über die Arbeit nicht murrt, wird reichlich belohnt werden. Diese Arbeitsauffassung ist für die Bewusstseinserweiterung unerlässlich. Kann die Freude über die Bewusstseinsentwicklung durch etwas anderes ersetzt werden? In Unseren indischen Schriften seid ihr auf den für kosmische Begriffe angewandten Ausdruck ‘Spiel’ gestoßen. Das Spiel der Großen MUTTER DER WELT – ist es für ein erleuchtetes Bewusstsein nicht sichtbar? Und das Drama des Blutes – wird es nicht in das Licht leuchtender Materie verwandelt? Doch für das leuchtende Spiel bedarf es der Stunde der Bereitschaft.

‹ § 215 · Inhaltsverzeichnis · § 217 ›