Gemeinschaft, § 171

1926 – XII – 9

Manchem mag es scheinen, dass vieles, was hier gesagt wurde, allgemein bekannt ist. Man muss Begriffe verschiedener Ordnung bestätigen, nur auf diese Weise kommt es zu Assimilierung im Bewusstsein. Man stelle sich zwei Gesprächspartner der ungefähr gleichen Bewusstseinsstufe vor, die einander trotzdem nicht verstehen. Vielleicht fehlen in ihrem Bewusstsein nur einige kleine Glieder, doch dieser kleine Unterschied veranlasst die Zahnräder des Denkens, sich verschiedentlich zu drehen, so dass sich gänzlich verschiedene Hebel in Bewegung setzen. Doch eine Angelegenheit vollkommen zu besprechen, wird niemandem schaden. Schließlich sprechen Wir keine Offenbarung aus, noch predigen Wir. Wir besprechen einfach die Bedingungen, unter denen das Bewusstsein vereinte Arbeit aufnehmen kann. Auf diese Weise treten verschiedene Einzelheiten in das Blickfeld, über die von manchem bereits nachgedacht wurde und die für die Verstärkung der Kette in ihrem Stadium des gegenwärtigen Augenblickes bestätigt werden müssen! Wahrlich, es ist notwendig, die Kette des Denkens zu reinigen. Für den erfolgreichen Fortschritt der Zusammenarbeit sollte die ganze Sorgfalt aufgeboten werden. Freilich, im gemeinschaftlichen Bewusstsein gibt es keine Beleidigung, doch durch unzeitgemäße Gedankenformulierung kann man seinen Gesprächspartner erregen und dem Werk dadurch schaden; deshalb wachen Wir über die stufenweise Bewusstseinserweiterung. Es ist nicht Unsere Aufgabe, den Umfang des Bewusstseins einfach aufzublähen. Nur organische Entwicklung und Verschiedenheit der Einnahme bestimmen das wirkliche Fassungsvermögen der Schatzkammer. Am Flussufer sitzend vergegenwärtigt euch Unsere Unterhaltungen und denkt darüber nach. Keine einzige Welle kann wiederholt werden, doch dem Auge erscheinen sie alle gleich. Bewahrt den Einklang der Zusammenarbeit.

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