Gemeinschaft, § 158

1926 – XI – 24

Magnetismus und Gasbildung, diese beiden dynamischen Faktoren, sind nicht gründlich erforscht. Magnetismus erweckt Aufmerksamkeit, wenn ein Pferd sein Hufeisen vom Boden nicht aufheben kann. Gase werden erwähnt, wenn Menschen und Tiere tot umfallen. Nur von solchen groben Erscheinungen sprechen die Menschen, doch Magnetismus und Gase wirken auf der ganzen Planetenoberfläche. Keine Stelle ist indifferent, jede Örtlichkeit ist ihren Eigenschaften der tiefen nutzbringenden Bedeutung entsprechend individuell. Man kann über die Naivität der Leute staunen, die an einem Platz siedeln ohne Verständnis für seine örtlichen Bedingungen. Man möge verstehen, wie viele Möglichkeiten verlorengehen und wie viele Gefahren abgewendet werden könnten. Ihr selbst habt das Experiment mit dem Zweig vom Haselnussstrauch durchgeführt und wart erstaunt, wie dieser alte, primitive Apparat sich straffte, zitterte und in Bewegung geriet, als er auf Grundwasser und Mineralien ansprach. Diese offensichtliche Reaktion ist gewiss nicht auf den Zweig zurückzuführen, sondern auf den menschlichen Apparat. Wie gründlich und eifrig muss daher die Wirkung jedes Platzes auf den einzelnen Menschen und auf ganze Menschengruppen erforscht werden! Hinsichtlich vieler Gebiete bestehen Gerüchte über eigenartige Wesensmerkmale ihrer Bewohner. In manchen Gegenden leiden die Menschen an Kropf; in manchen verlieren sie ihre Zähne, in manchen nistet Lepra; in anderen wird die Milz zerstört, oder das Herz vergrößert sich; oder das Temperament wird träge, und wieder andere Stellen verleihen Kraft und Lebhaftigkeit. Man kann eine Menge solcher Wesenszüge wahrnehmen und die Beobachtung machen, dass diese Eigenarten weder auf rassische noch auf klimatische Bedingungen zurückzuführen sind. Im Aufbau des Bodens liegt die Hauptursache für die Unterschiedlichkeit im Wesen der Völker. Hier gibt es ein weites Feld zur Erforschung, wenn mit kühnem Blick und ohne Vorurteil herangegangen wird.

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