Gemeinschaft, § 143

1926 – XI – 8

Ihr beginnt vieles richtig zu machen. Ihr lehnt den Händedruck ab und anerkennt dadurch die Macht der Berührung. Ihr vermeidet das Schreiben mit der Hand und anerkennt dadurch die Aufschichtung lebendiger Energie. Ihr verkürzt die Sprache und anerkennt damit die Erfordernisse der kosmischen Sphären. Ihr gründet Hilfsorganisationen und anerkennt damit die Gemeinschaft. Ihr beginnt damit, die Überbewertung vergänglicher Werte abzulehnen und anerkennt damit die Evolution. Ihr lehnt Gewaltanwendung ab und anerkennt damit den Lehrer. Ihr lehnt schmutzige Reden ab und anerkennt damit die Bedeutung des Gesprochenen. Ihr lehnt banale Tänze ab und anerkennt damit die Bedeutung des Rhythmus. Ihr lehnt hässliches Auftreten ab und anerkennt damit die Bedeutung der Farben. Ihr lehnt Müßiggang ab und bestätigt damit die Macht der Energie. Ihr lehnt Rückständigkeit ab und anerkennt damit den Willen. Wenn euch auch die wissenschaftliche Bedeutung eurer Handlungen nicht immer klar ist, so offenbart ihr dennoch die Unvermeidlichkeit der Evolution und handelt richtig. Ihr seht, wie sehr Wir mit euch übereinstimmen, nur besonders Begriffsstutzige meinen, es bestünde ein Widerspruch. So wie Blumen erblühen, so erhebt sich das Volksbewusstsein! Der Fluss des Strebens der Völker trägt die Menschheit zu neuer Erkenntnis. Diese Behauptung kann sowohl als poetische Metapher, als auch als trockene Formel aufgefasst werden, das Ergebnis der Strömung des Volksbewusstseins ist unabänderbar. Ob man nun den schwierigen Weg wählt oder den Nutzen der Zusammenarbeit begreift, die Richtung der Evolution bleibt unabänderbar. Es werden die weltumfassende Erneuerung, die Zusammenarbeit, die gegenseitige Hilfe und die Gemeinschaft erblühen.

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