Gemeinschaft, § 128

1926 – X – 14

Ihr wundert euch oft, dass der Lehrer für die kleinsten Einzelheiten vorsorgt. Doch wer sagte euch, dass diese Einzelheiten geringfügig sind? Oft bricht man sich wegen eines kleinen unbedeutenden Steines einen Fuß; auch fällt man über einen Grashalm in den Abgrund. Selbst im Alltagsleben bewahrt ihr eure Nächsten vor Gefahr. Wird denn in Unserer Gemeinschaft das Leben der Mitarbeiter nicht weit mehr geschützt? Die Lippen der FREUNDE schweigen nicht, doch man muss es lernen, dem Ruf der Warnung zu lauschen. In kleinen Gruppen ist es leicht, die Aufmerksamkeit zu nutzen, doch die Zusammenarbeit der Menschheit verpflichtet, sich an unerwartete Erscheinungen zu gewöhnen. Ich übertreibe nicht – jede Minute birgt Ungewissheit in sich, doch an diese ständige Ungewissheit sollte man sich nicht gewöhnen, damit die wachsame Feinfühligkeit nicht verlorengeht. Gewiss, verliert – wie ein Adler über dem Gipfel – die Scharfsicht nicht! Scharfsicht wächst nur durch Gefahr. Heißet Gefahren willkommen!

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