Feurige Welt II, § 248

Lesen ohne Mitwirkung des Herzens, sogar Auswendiglernen, nützt nur wenig. Sogar mittels einer Tabelle lässt sich festhalten, wie sehr die Beteiligung des Herzens wahres Verstehen weckt. Möge das nicht abstrakt verstanden werden. Die Beschaffenheit des Pulses zeigt auf, wie sehr die Beteiligung des Herzens zur Aufnahmefähigkeit beiträgt. Solch eine Auffassung bringt einen der Feurigen Welt näher. Es ist langweilig, sich das an Herzensqualität mangelnde Stammeln anzuhören; besonders seit die Anzahl gedruckter Bücher ein erschreckendes Ausmaß annimmt. Noch nie unterschied sich die Qualität so sehr von der Quantität! Auch darin offenbart sich ein Zeichen von Herzlosigkeit. Wir spornen jedes Lodern des Geistes an. Das flammende Herz ist eine Fackel der Feurigen Welt. Man sollte sich angewöhnen, sich in den Sinn des Gesagten zu versenken, und dafür sind Übersetzungen in verschiedene Sprachen nützlich. Dabei wird ein genaues Verstehen entwickelt. Der Lehrer muss einen Begriff von verschiedenen Seiten her beleuchten, so dass er alle Bewusstseinsbereiche des Schülers berührt. Obgleich es wichtig wäre, können viele Begriffe beim erstmaligen Lesen unmöglich erfasst werden. Man muss sich ihnen wiederholt zuwenden, wie gesagt beim Morgenlicht und in der Abenddämmerung. Sogar die Nacht wird einen Strahl des Verstehens übermitteln. Ihr habt selbst gesehen, welch seltsame Meinungen sich die Menschen über das Gelesene bilden. Hören sie vom Messias, denken sie bloß, ob er nicht ein Dämon sei. Lesen sie über das Herz, ängstigen sie sich, ob es nicht Magie wäre. Das bedeutet, dass sie mit Dämonen und Magie sehr vertraut sind. Ein im Herzen reiner Mensch wird nicht zuallererst an die Finsternis denken.

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