Feurige Welt II, § 17

Rhythmus ist der Vorfahr der Zusammenarbeit. Von je her erkannten die Menschen die Bedeutung rhythmischer Chorgesänge, musikalischer Bewegungen; auf diese Weise hat das Bewusstsein über die Triebkraft der Gemeinschaftsarbeit Wissen gespeichert. Die Menschen wussten seit langem, dass Rhythmus gemeinschaftliche Feuer entzündet und Reizbarkeit sowie Zwietracht verhindern hilft. Er bestätigt gleiche Bestrebungen, weshalb Musik vor Gemeinschaftsarbeit das Zeichen der Einigkeit ist. Es ist bedauerlich, dass der modernen Musik so oft der Rhythmus fehlt. Vielleicht dient sie dem Ursprung vieler geistiger Geschwüre, doch die Frage der Harmonie ist ungewöhnlich schwierig. Mangel an Rhythmus bedeutet Uneinigkeit; grober Rhythmus jedoch stumpft ab. So wird allein ein feuriges Bewusstsein nach Verfeinerung des Rhythmus verlangen. Man kann über viele Dinge nachdenken, doch man wird immer auf das feurige Verstehen zurückkommen. Die Wohnstätte des AGNI wird nicht vom Verstand erschlossen, sondern durch die Harmonie des Rhythmus. Genauso wie manchmal ein Gefäß nicht mit Gewalt geöffnet werden kann, sondern durch Rhythmus. Allein der echte Rhythmus bringt uns voran und bewahrt uns vor Verzögerung. Denn wir kennen das ganze nachteilige Ergebnis der Verzögerung, sowohl in der Bewegung als auch im Geiste. Es ist unzulässig, einen gestörten Rhythmus zu haben, zuweilen einen verzögerten und ein andermal einen beschleunigten. Auf diese Weise erfolgt ein ungeheurer und nutzloser Kräfteverschleiß. Wer im feurigen Rhythmus voranzuschreiten begann, wird nicht abgleiten. Gerade dieser Rhythmus rettet vor kummervollen Grübeleien und führt im Geiste voran; beschränken wir daher die Wirksamkeit des Rhythmus nicht allein auf äußere Bewegung, führen wir ihn ins geistige Leben ein.

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