Feurige Welt II, § 11

Manche Blinde nehmen das Feuer anstatt durch Licht durch Klang wahr. Manche ziehen das Erkennen durch Klang dem durch Hitze vor. Nicht nur mit Blinden, sondern auch an Menschen mit verbundenen Augen können lehrreiche Experimente durchgeführt werden. Allerdings behindert eine Binde im allgemeinen die Empfänglichkeit, weshalb die Aussagen der Blinden überzeugender sein werden. Umso mehr, als sie ein feineres Gehör besitzen. Sie können sogar den Klang einer Kerzenflamme feststellen. Wir haben unsere Sinne insgesamt in vieler Hinsicht verfeinert, aber die physische Verkümmerung eines Sinnes schärft einen anderen. Die sehenden Menschen vernehmen den Gesang des Feuers im Ofen, im Freudenfeuer, in der Feuersbrunst – mit anderen Worten in der gröbsten Erscheinungsform. Außerdem unterscheiden die Menschen selten den Klang des Feuers vom Knistern des Brennmaterials. Dennoch lässt sich der Klang des Feuers erkennen. Die alten Chinesen versuchten, den Feuerklang mit Streichinstrumenten wiederzugeben. Der Herrscher des Feuers musste in seinem Tempel von Feuerklängen begleitet werden. Ebenso musste der Herrscher der Gewässer von kristallenen Instrumenten begleitet werden. Solch eine Verfeinerung ist jetzt natürlich verlorengegangen, aber sie zeugte von großer scharfsinniger Beobachtung der Klänge in der Natur. Es ist zweckmäßig, sich sogar jener Kulte zu erinnern, die auf feinsten Schwingungen beruhten. Wahrhaftig, nicht kalte Überlegungen, sondern das Beben des Herzens wird die feurige Verfeinerung näherbringen. Außerdem sollte nicht Feueranbetung, sondern die Ehrfurcht vor AGNI, als der beginnenden Verbindung mit der Höheren Welt, die Grundlage sein.

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