Feurige Welt I, § 637

Wer sich in einen Strom wagt, der wählt feste Steine. Er weiß, wem und wann er die LEHRE anvertrauen kann. Der LEBENSVOGEL, der leuchtende SCHWAN, offenbart ebenfalls Gefühlswissen für die Grenze der Nützlichkeit. Die Festsetzung dieser Grenze kann nicht in der menschlichen Sprache ausgedrückt werden. Sie kann unveränderlich gefühlt, aber nicht mit physischen Maßen berechnet werden. So wird eine große Prüfung für jedweden Verrat geschaffen. Eine andere große Prüfung ist die Annahme der Obdachlosigkeit. Über den großen Begriff der Obdachlosigkeit mag es viel Gespött geben. Der irdische Verstand erachtet die Vorstellung eines Obdachs als unbedingt notwendig. Wenn es jemand wagte, sich für ein Lichthaus auszusprechen, hielte man ihn für geistesgestört. Deshalb ist ein Wechsel irdischer Wohnstätten eine nützliche Begriffserweiterung. Eine andere große Prüfung ist das Erfassen jedes Gedankens. Der klägliche Begriff irdischer Geheimhaltung führt bei den Menschen zu vielen Irrtümern. Die Gefühle des Hochmuts und der Ichsucht lehnen sich auf gegen die Preisgabe der Geheimhaltung, aber Mitarbeiter der Helle Hierarchie verstehen diesen Grad der Zusammenarbeit schon. ‘Ich bin bereit’, sagt er und eilt, sein Herz zu öffnen. Die erfolgreiche Meisterung aller Versuchungen ruht in unserem Herzen und besteht in unserer Liebe für den Herrscher. Wenn wir mit Liebe erfüllt sind, kann es da Hindernisse geben? Selbst irdische Liebe schafft Wunder. Vermehrt nicht die feurige Liebe zur Hierarchie unsere Kräfte? Diese Kräfte werden helfen, die Obdachlosigkeit in ein schönes Zuhause zu verwandeln – unermesslich und unbegrenzt! Inmitten des Nebels der Selbstzufriedenheit kann man nicht an schöne Weiten denken. Es heißt, dass Hunger den Weg zu Gott trübt, doch wir wollen hinzufügen, dass Selbstzufriedenheit trüben Gewässern gleicht. Wer den Unterschied zwischen Hunger und Selbstzufriedenheit kennt, wird in den Strom eingehen. Doch wer das Licht berührt, der verwandelt sich in einen LEBENSVOGEL. Solange der LEBENSVOGEL eine poetische Abstraktion bleibt, ist der Geist noch unvorbereitet.

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