Feurige Welt I, § 581

Eine Mutter erzählte ihrem Sohn von einem großen Heiligen: ‘Sogar das Staubkorn unter seinem Fuß ist bedeutsam.’ Es geschah, dass dieser Heilige durch den Ort kam. Der Knabe folgte seinen Schritten, nahm eine Handvoll von der, von ihm berührten Erde und gab sie in ein Säckchen, das er um den Hals trug. Und wenn er in der Schule seine Aufgaben hersagte, hielt er diese Reliquie immer in der Hand. Dabei war der Knabe von solcher Eingebung erfüllt, dass er immer beachtenswerte Antworten gab. Eines Tages, als er die Schule verließ, lobte der Lehrer ihn und fragte, was er denn immer in der Hand halte. Der Knabe antwortete: ‘Erde, die die Füße des Heiligen berührten, der durch unser Dorf ging.’ Der Lehrer bemerkte: ‘Diese heilige Erde bringt dir mehr Nutzen als Gold.’ Ein benachbarter Ladenbesitzer, der dieses hörte, sagte sich: ‘Welch dummer Bub, bloß eine Handvoll dieser goldenen Erde zu nehmen! Ich will den Heiligen erwarten und die ganze Erde einsammeln, die seine Füße berührten. Auf diese Weise kann ich zur einträglichsten Ware gelangen.’ Und der Ladenbesitzer saß bei seiner Tür und wartete vergeblich auf das Kommen des Heiligen. Denn er kam nicht. Besitzgier ist der Feurigen Welt fremd.

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