Neues Denken bedeutet nicht, alles Alte zu verwerfen. Gewiss, es wird der beste Freund von allem bisher Entdeckten sein. Solches Denken weist eine unverstandene Formel nicht bloß deshalb ab, weil sie im Moment nicht klar erscheint. Unser Freund wird eine unklare Formel behutsam beiseitelegen. Oft steckt hinter der Unklarheit keine verborgene Errungenschaft, sondern sie ist auf eine Unzahl vergänglicher Spracheigentümlichkeiten zurückzuführen. Nicht jede Sprache bleibt erhalten, schon im Laufe eines Zeitalters ändert sich der Sinn der Ausdrucksweisen, was eine zunehmende Kompliziertheit der Denkart mit sich bringt. Bedauern wir nicht fließende Gewässer, sondern vergessen wir nicht, mit neuen Augen auf alte Errungenschaften zu blicken. Eine große Zahl einzelner alter Bezeichnungen mag fremd erscheinen, weil sie fremden Mundarten eingefügt wurden und oft in der Aussprache entstellt werden. Im Altertum sangen die Menschen diese bedeutenden Wörter, um sie auswendig zu lernen, doch der Rhythmus ist als etwas Unnötiges verlorengegangen. Jedoch mit dem Verlust des Rhythmus haben die Menschen auch die Bedeutung der Schwingungen vergessen. Neues Denken vergisst die Grundgesetze nicht.