Feurige Welt I, § 138

Wenden wir uns zum letzten Mal der Freundlichkeit als Lebensgrundlage zu. Freundlichkeit ist keine verblümte Arglist. Freundlichkeit ist keine Verschleierung. Freundlichkeit ist keine falsche Maske. Freundlichkeit ist keine leutselige Grimasse. Freundlichkeit muss als ein vom Herzen kommendes Gefühl verstanden werden, frei von Scheinheiligkeit. Es gibt viele Irrtümer in bezug auf den Begriff Freundlichkeit, denn die Menschen haben sich daran gewöhnt, sich sogar selbst zu täuschen. Da jedoch die Eigenschaft der Freundlichkeit für die Feurige Welt unerlässlich ist, muss sie echt sein. Feuer duldet vor allem kein Schwanken. Daher muss man die Eigenschaft der Freundlichkeit in ihrer Ganzheit verstehen. Die Freundlichkeit sollte nicht als eine Art Errungenschaft angesehen werden. Man sollte der Eigenschaft der Freundlichkeit kein Lob sprechen, denn von einem erweiterten Bewusstsein ist sie untrennbar. Wie kann man sich die Umbildung des Feurigen Nebels in eine ganz schöne Welt vorstellen, ohne die Kraft aufzubringen, seine Gedanken von kleinen Splittern zu reinigen?! Seien wir uns bewusst, wie unbedeutend diese Splitter sind! Und es ist nicht schwierig, sich von ihnen zu befreien; man muss sie nur im Bewusstsein aufspüren. Seien wir nicht besorgt, wenn die Menschen im allgemeinen Freundlichkeit nicht erwidern können, sie ist in jedem von uns zur Genüge vorhanden, nehmen wir deshalb das gleiche von anderen an. Doch verstehen wir diese feurige Eigenschaft nicht als schwachen Willen, Unterwürfigkeit, oder bedauerliche Scheinheiligkeit!

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