Erleuchtung, § 350

1925 – VI – 13

Es wird auch gefragt werden, wie man mit Tieren umgehen soll. Heute behandelt man sie oft grausam oder man macht in sentimentaler Weise Parasiten aus ihnen oder verwendet sie als Werkzeuge für mechanische Kreuzungen. Das Maß des Verhaltens gegenüber den Tieren muss natürlich nach der Einheit des Weltrhythmus bestimmt werden. Dieses Maß ist überall das gleiche. Wenn der Mensch ein Mitarbeiter der Evolution ist, so müssen auch die Tiere diesem Gesetz entsprechen. Arten, die dem Gesetz der Evolution nicht entsprechen, sterben aus. Jene, die sich der Evolution angepasst haben, müssen diese Fähigkeit durch ihre Arbeit aufrechterhalten. Es ist notwendig, die wahre Nützlichkeit der Tiere zu studieren. Es ist nutzlos zu meinen, dass die ausgestorbenen Plesiosaurier für die Zukunft gebraucht werden könnten. Großmutters Kleid ist in einem Museum rührend anzuseh’n, doch es eignet sich nicht für die gegenwärtige Zeit. Das Glück der Welt wächst auch ohne Nilpferde und Nashörner, die den Lagen der früheren Aufschichtungen gut entsprachen. Wenn bestimmte Menschen eine Ähnlichkeit mit Nilpferden aufweisen, so stammen sie aus dieser Evolutionsperiode. Die Tiere müssen arbeiten, sie müssen sich das Recht zu leben erringen; daher ist weder Grausamkeit noch Sentimentalität angebracht. Kann man denn anders, als alles lebendig Arbeitende zu lieben?

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