Erleuchtung, § 348

1925 – VI – 11

Man könnte fragen, wie die letzten Tore erreicht werden können? Wir kennen die Gesetze und Zeichen; wir verschwenden keine Zeit; wir denken daran, wie die Lehre zu schützen ist. Wie wird es sein, wenn wir die Tore verschlossen finden? Als Antwort wenden wir uns wieder den ägyptischen Mysterien zu, denn diese Mysterien waren die wissenschaftlichen Pfade des Lebens. Der angenommene Kandidat musste, ohne den Rhythmus zu verlangsamen, bis zum Lehrer vordringen. Vor ihm lag eine leuchtende Linie und dieser musste er folgen ohne abzuweichen oder sie zu berühren. Die Räume, die er zu durchschreiten hatte, waren von verschiedenfarbigen Feuern erleuchtet. Manchmal verschwand die Linie beinahe, doch zuletzt begann sie zu leuchten wie ein blendender Strahl vor einer verschlossenen, schweren Tür. Die Tür schien unzugänglich, sie war ohne Schloss. Blechstreifen und Platten verschiedener Metalle zierten und verstärkten sie. Oft ließ sich ein zaghafter Geist aus der Fassung bringen und verzögerte den Rhythmus des Schreitens, doch wer die Bedeutung der Unanfechtbarkeit kannte, schritt entschlossen voran. Als sein Körper an die Tür stieß, zerfiel diese, und er konnte in das letzte Zimmer eintreten. Dieser unvermeidliche Stoß ist notwendig, um den Rhythmus für den Aufstieg unseres irdischen Körpers zu schaffen. Das Wissen des Geistes zeigt uns, wie die Größe des Zieles eine Vielfalt von Möglichkeiten entstehen lässt. Das Symbol der zerfall’nen schweren Tür weist am besten darauf hin, wie man handeln muss. Die Besserwisser lachen über das Einrennen einer Wand mit der Stirn, doch die alten Ägypter machten ein schönes Symbol aus der Macht unseres Wesens. Folgt deshalb der Linie des Lichtstrahls. Verstehet es, Neues zu beginnen, indem ihr aus dem Vergangenen eine Lehre zieht. Überseht den Spott über euren Mut, denn ihr wisst, wohin ihr geht.

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