Erleuchtung, § 327

1925 – V – 10

Fragt einen Komponisten, ob er einstimmige Chöre und Symphonien liebt? Er wird eure Frage für unsinnig halten, weil das Unisono keine Symphonie ergibt. Für einen neuen Klang ist der Komponist bereit, ein noch ganz unbekanntes Instrument heranzuziehen. So sollt auch ihr bei der Bildung von Gruppen über die scheinbare Verschiedenheit der Mitglieder nicht erstaunt sein. Nicht die Herkunft, nicht die Gewohnheiten, nicht die Fehler verbinden sie, sondern der geistige Kontakt. Durch eine unwägbare, unsichtbare, lautlose geistige Resonanz vereinigen sie sich zu einem Chor. Deshalb macht niemandem wegen des Klanges seiner Stimme Vorwürfe; wichtig ist sein Charakter. Es ist erfreulich zu erkennen, dass bei Disziplin des Geistes die Qualität der Arbeit ständig verbessert werden kann.

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