1925 – V – 6
Meidet sowohl die Eintönigkeit des Platzes als auch die der Arbeit. Die Einförmigkeit entspricht nämlich dem größten Irrtum – dem Begriff des Eigentums. Der Sklave des Eigentums verliert vor allem die Beweglichkeit des Geistes. Solch ein Sklave hört auf zu begreifen, dass jeder Tag der Arbeit mit dieser besonderen Eigenschaft des Geistes ausgeschmückt sein sollte. Solch ein Sklave kann den Platz nicht wechseln, denn sein Geist ist ständig an sein ird’sches Haus gebunden. Fragt euch selbst, ob es euch leicht fällt, euch zu verändern? Habt ihr Schwierigkeiten, wenn ihr die Arbeit wechseln sollt? Wenn es euch leicht fällt, so bedeutet dies, dass ihr den Wert des Allgemeinwohles begreifen könnt. Wenn euch jede Reise zwingt, euer Testament niederzuschreiben und euch eine Umstellung in der Arbeit unglücklich macht, so bedeutet dies, dass Abhilfe geschaffen werden muss. Dann sollten euch die gefährlichsten Reisen verschrieben und die abwechslungsreichsten Arbeiten zugewiesen werden. So wird Mut und Findigkeit entwickelt, denn die Primärursache der Unbeweglichkeit ist Angst. Der Keim des Gefühls des Eigentums ist Furcht und das Verlangen, sich irgendwie an die Erde zu binden. Als ob eine elende Hütte ein passender Anker für den Geist sein könnte! Kann denn ein Haufen persönlicher Sachen vor einem Blitz schützen? Periodisch wurden der Menschheit die schädlichen Spielsachen des Eigentums genommen, doch der Vater der Lüge, die Furcht, spinnt bereits wieder ihre Netze, und es werden neue Schrecken ersonnen. Beseitigen wir daher die Furcht. Mit ihr schwinden auch das Gefühl des Eigentums und die Langeweile. Wie viel Gesundheit liegt im Wechsel des Wohnsitzes und der Arbeit!