1925 – V – 5
Man kann Hinweise geben, Versprechungen machen und Einschüchterungen vornehmen, doch nur Verständnis bringt vorwärts. Was kann das Bewusstsein der Anwendbarkeit des Verständnisses ersetzen? Man wird sagen: ‘Wie schön! Wie mächtig! Wie majestätisch!‘ Doch alle diese Gefühlsausbrüche gleichen Irrlichtern über einem Sumpf und verlöschen so leicht wie sie entstehen. Oberflächliche Gedanken gleichen Stäubchen des Regenbogens. Der erste Wind trägt sie in den Raum hinaus. Der Wert dieser Staubteilchen ist nichtssagend. Wir schätzen den Gedanken, der eine Entscheidung bringt. Die Entscheidung wird nach ihrer Anwendbarkeit gewertet. Die Anwendbarkeit wird durch das Wissen des Geistes beurteilt, und dann folgt eine Tat, an der man sich erfreuen kann. Wer sich freut, besitzt Vertrauen. Auch Vertrauen muss begründet werden – nur so kann die Lehre leben. Wir überlegen gut. Wir wenden gut an. Wenn man euch beschuldigt, berechnend zu sein, so weist dies nicht zurück, denn Berechnung ist der Gegenpol der Unvernunft und Unvernunft das Gegenteil von Wissen des Geistes. In welchem Kreis wir immer uns festgesetzt haben, wir würden trotz allem zum großen Wissen des Geistes zurückkehren. Ich fühle es nicht, sondern ich weiß es – dies ist kein Aberglaube, sondern unanfechtbares Wissen. Wenn wir die Unanfechtbarkeit berühren, so ist es, als ob wir den Magnetismus des Planeten berühren würden – dann sind wir standhaft.