1925 – V – 3
Ein Prophet ist ein Mensch, der geistige Voraussicht besitzt. Genauso, wie es auf dem physischen Plan sowohl Kurzsichtigkeit als auch Weitsichtigkeit gibt, genauso einfach ist die Weitsichtigkeit des Geistes zu verstehen. Es wäre ein Zeichen von Unwissenheit, Prophezeiungen abzulehnen. Es wäre sehr dumm, die Propheten zu verdammen. Wenn wir wissenschaftlich und unparteiisch die Prophezeiungen, die erhalten blieben, untersuchen, was seh’n wir? Wir finden, wie Leute, die ungeachtet des persönlichen Vorteiles, einen Blick in die Zukunft taten, zuweilen über das Geseh’ne entsetzt waren und deshalb dem Volk eine Warnung gaben. Unter den sogenannten Prophezeiungen findet man keine persönlichen Beweggründe, keinen verbrecherischen Eigennutz und keine Verleumdung. Die Symbole der Darstellung sind durch die zeitliche Entfernung gefärbt. Wann werden Gelehrte Zeit finden, die Prophezeiungen methodisch zu untersuchen und geschichtliche Vergleiche anzustellen? Es wäre eine schöne Aufgabe für einen jungen Wissenschaftler, darüber ein Buch zu schreiben! Freunde, es ist an der Zeit, sich den offensichtlichen Erscheinungen der Evolution kulturell zu nähern, sonst werden die künftigen Errungenschaften einem Spielzeug in der Wiege von Säuglingen gleichen. Uniformen und Togen verdecken eure furchtsame Unmündigkeit nicht. Ihr fragt, wer eure Titel und Namen bestimmt hat? Wahrlich, ihr würdet entsetzt sein, die Vorväter eurer Zufriedenheit zu seh’n. Zwerge des Eigennutzes versuchten, die Riesen des Allgemeinwohles zu verdrängen. Aus euren Orden kann man nicht nur Strumpfbänder, sondern auch Halsbänder für die Haustiere flechten. Wie viele sind noch angebunden? Das Leuchten der Neuen Welt dringt in ihre Höhlen nicht ein! Doch möge der Wirbelwind die Wolken hinwegfegen, welche die Morgenröte verdecken! Es gibt nichts Schöneres als einen Sonnenaufgang, und die Sonne geht im Osten auf!