Erleuchtung, § 139

1924 – IV – 12

Das Bedürfnis der Menschen zu lügen, nötigte die Priester der alten Religionen, die Völker in den Abgrund der Finsternis zu stoßen. Ja, man kann sie am Fuß des Berges zurücklassen, wie Moses es tat, doch die Gebotstafeln müssen geoffenbart werden. Wie erscheint doch alles vergänglich! Unsere Schüler, die zum letzten Mal auf der Erde anwesend sind, empfinden das Gefühl der Einsamkeit und Abgeschiedenheit. Nur mit dem Bewusstsein können wir den Wert der Erde ermessen, doch nichts zwingt uns, zurückzuschauen, wenn der Geist sein Schatzkästchen gefüllt hat. Eine wesentliche Forderung ist die Veränderung des menschlichen Gefühls der Freude. Was kann das für eine Freude sein, wenn man die Unvollkommenheit des Lebens auf der Erde erkennt? Doch wenn der Geist die Dimensionen des Universums berührt, dann wird die Freude durch das Bewusstsein neuer Offenbarungen abgelöst. Und als Ich flüsterte: Deine Freude wird vergehen, so hatte Ich den Übergang der menschlichen Freude in den kosmischen Begriff der Freude im Sinn, wie beim Eintritt in einen luftleeren Raum. Die Strahlen des neuen Lebens hüllen einen besser ein als ein Moskitonetz, und es ist nicht nötig, sich der Erde zuzuwenden. Die Harmonie liegt darin, dass wir für die Erde arbeiten. Für Außenstehende erscheint dies als Unsinn, doch ihr verstehet, wie man jeden reinen irdischen Gedanken erfassen und entwickeln kann, ohne die Gefahr zu berühren. Und wenn vom Grashalm bis zum Christus eine Linie gezogen würde, erst dann wäre der Raum mit Arbeit ausgefüllt. Groß ist das Wissen vom Nichtvorhandensein des Todes. Alles ist vergessen, sonst würden die Menschen anders leben.

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