1924 – IV – 3
Christus sprach: ‘Nicht im Tempel, sondern im Geist sollt ihr beten.‘ Religiöse Rituale beinhalten nur Äußerlichkeiten. Oft bringen religiöse Feste mehr Schaden als Nutzen. Die Massen machen aus ihnen allgemeine Prozessionen, deshalb ist es wichtig aufzuzeigen, worin die Kraft zum Erklimmen aller Stufen des Lebens besteht. Es ist höchste Zeit, jene Brillanten zu entfernen, die die heiligen Darstellungen entweihen. Es ist höchste Zeit, die Reliquien zu verbrennen und dem Vermächtnis Christi Folge zu leisten. Es ist an der Zeit, in den Tempel des geistigen Verständnisses einzutreten und sich den Kräften zu weihen, die das Wissen um die wahre Macht des Geistes vervollkommnen. Nicht in versteckten Laboratorien, nicht in Klosterzellen, sondern im Leben werdet ihr echte Erfahrungen sammeln können. Auch Jesus hat jene, die nach der Freiheit des Geistes suchten, nicht in den Falten Seiner Kleidung gesammelt, sondern durch die Schönheit seiner Werke. Schon oft mussten Heilige wieder zur Erde zurückkehren, weil sie die Massen zu sehr beeindruckten, anstatt sie mit dem Aufbau des Lebens vertraut zu machen. Wir sind entschieden gegen Klöster, sie sind die Antithese zum Leben. Nur Gemeinschaften der Lebenserfahrungen, in denen wertvolle Errungenschaften erarbeitet werden, finden Unsere Unterstützung. Wir freuen Uns, wenn Wir deren Arbeit seh’n und den Aufbau in den richt’gen Händen gewahren. Es ist unbedingt notwendig, die Lebenspraxis zu durchschreiten. Es ist überhaupt nicht notwendig religiöse Traditionen zu pflegen. Tatsächlich notwendig ist auch ein bewusster Verkehr mit der Welt des Lichtes. Daher wollen wir nützlich sein und bewusst, ohne Magie, praktisch zur Quelle vorwärtsschreiten. So einfach und nahe ist das ganze Geheimnis, das den Menschen so unerreichbar zu sein scheint, weil sie von Vorurteilen eingeengt sind. Es ist ihnen nicht mehr möglich, sich Einfachheit, Schönheit und Furchtlosigkeit vorzustellen.