Urusvati kennt das Gleichgewicht zwischen Harmonie und Evolution. Unwissenheit stellt diese verwandten Begriffe oft in einen Gegensatz zueinander. Könnte Evolution tatsächlich disharmonisch sein? Wäre Harmonie ohne Evolution erreichbar? Die Menschen betrachten Harmonie jedoch als etwas Unbewegliches und Untätiges. Die Menschen wollen ihre Verantwortungslosigkeit durch Harmonie verdecken. Wenn die Welt erbebt, ziehen die Menschen es vor, in süßem Vergessen dazusitzen und solch einen totenähnlichen Zustand mit dem erhabenen Wort ‘Harmonie’ zu bezeichnen. Starke Akkorde der Harmonie sind jedoch überaus angespannt, und indem sie anwachsen, nähern sie sich der Evolution. Ebenso liegt das Heil der Evolution in ihrer stetigen Steigerung der Bewegung. Herrlich ist das Bewusstsein, dass die Welt in bestrebter Bewegung unaufhörlich evolviert. In einem statischen Zustand kann es keine Evolution geben. Doch die Menschen werfen keinen Blick in die Zukunft und sinnen insgeheim über einen Zustand der Unbeweglichkeit nach, den es nicht gibt. Die Evolution ist herrlich, da sie in ihrer Spiralbewegung in ewigem Aufstieg voranschreitet. Sogar die Konvulsionen des Chaos werden den Aufstieg der Spirale nicht zum Stillstand bringen. Nicht immer können die Menschen im irdischen Zustand nutzbringende Steigerungen der Entwicklungsbewegung wahrnehmen. Jede Steigerung erfolgt unter Qualen, bei Blitz und Wirbelwind. Nur ein vollkommenes Bewusstsein kann im Sturm das Aufblitzen der Wahrheit erkennen. Und jeder aufsteigende Denker muss seine Erkenntnis der Wahrheit im Leben in die Tat umsetzen. Ohne eigene Anwendung der Wahrheit im Leben kann der Mensch nicht als Denker bezeichnet werden. Der Gedanke ist Leben, und das Leben wird durch den Gedanken in Bewegung versetzt. So versteht ihr zwei Grundlagen Unseres Daseins. Wir leben in Harmonie für die Evolution. Wir müssen evolvieren, da wir uns andernfalls in Mumien verwandeln. Man muss die Evolutionsbewegung liebgewinnen; in ihr ist Ewigkeit begriffen.