Bruderschaft II, § 914

Urusvati weiß vom Hohen Weg. Es werden Neulinge kommen und sagen: ‘Zeigt uns den Weg, wir sind bereit.’ Antwortet: ‘So sei es. Lasst uns also versuchen: Lerne, deine Beobachtungsfähigkeit zu entwickeln. Lerne, das Gelesene klar zu verstehen. Lerne, uneingeschränkt in die Zukunft zu streben.’ Die Neulinge werden lächeln: ‘Nur das? Der Anfang ist leicht. Beobachtungsgabe haben wir seit unseren Kindheitsjahren, wie es uns die Erzieher lehrten. Die Schule verhalf unserer Fähigkeit, die Aufgaben zu behalten. Und schließlich, wer träumt denn nicht von der Zukunft?’ Hier muss man die Prahler zurechtweisen: ‘Wer hat denn eure Beobachtungsfähigkeit gelobt, wenn ihr nicht fähig seid, eure Aufmerksamkeit auf die vielen, euch umgebenden Erscheinungen zu richten? Vermögt ihr etwa das Gelesene klar zu verstehen? Könnt ihr über den Buchstaben hinaus den Sinn erfassen? Auch wisst ihr überhaupt nicht, wie man in die Zukunft streben soll, da die Hälfte eures Bewusstseins in der Vergangenheit hängt. So ist der Anfang des Weges nicht leicht. Überdies fürchtet ihr sogar, über die Überirdische Welt nachzudenken. Was für eine Zukunft wird es denn sein, wenn ihr nicht zur Hohen Welt strebt?’ Der Denker sprach: ‘Im Nichtwissen erscheint sogar das Schwere leicht.’

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