Bruderschaft II, § 91

Urusvati kennt das Ausmaß der Bestrebung. Dieses Maß muss im Bewusstsein verwirklicht werden. Es ist unmöglich, es mittels des Verstandes zu erzwingen. Nur mit den Augen des Herzens kann man erkennen, ob nicht irgendeine Möglichkeit bleibt, die Bestrebung noch mehr zu steigern. Man kann sich über jede Bestrebung, die im höchsten Ausmaß erfolgt, freuen. Solch ein volles Ausmaß erzeugt Sphärenmusik. Eine besondere Harmonisierung entsteht, wenn alle Saiten des Herzens erklingen. Nehmt solche Vergleiche nicht als Symbole; schon vor langem haben Wir von den Augen des Herzens gesprochen. Besonders der Mensch sieht mit ihnen und hört mit den Ohren des Herzens. Wie könnten wir ohne diese Organe existieren! In Unserer Wohnstatt verwenden Wir besondere Apparate, die die Tätigkeit des Herzens verstärken. Wir würden Uns freuen, könnten Wir sie breiter Verwendung überlassen, doch menschliche Hände würden damit nur Herzensweh schaffen. Derartige Apparate dürfen nicht ohne Übereinstimmung der Gedanken angewendet werden, sonst überlasten sie das Herz nur. Zudem müssen die Umgebungsverhältnisse beachtet werden. Ihr wisst, wie leicht es ist, sich mit Uns zu verbinden, wenn die Feuer des Herzens entflammt sind, und wenn der Geist in schöpferischem Aufschwung triumphiert. Daher sagen Wir – hütet euch vor Gereiztheit und Furcht. Diese nichtigen Beschränkungen entfernen euch nicht nur von Uns, sondern belasten Uns zudem. Sucht im Naheliegenden, sucht im Kleinen, sucht im Alltäglichen. Wir sprechen von den Pfaden, die in die fernen Welten führen sollen. Das Nichtige ist für solche Vorbereitungen untauglich. Man kann Beispiele von Annäherung an die Bruderschaft nennen. Gerade in verschiedenen Jahrhunderten ist ein hohes Maß an schöpferischer Begeisterung erkennbar. Wenn die Bruderschaft den Auftrag erteilt, ein großes Opfer zu erbringen, kann man da ohne Begeisterung ins Leben eintreten? Das Ausmaß der Bestrebung wird von der Begeisterung geschaffen. Wir fördern solch erhabenes Fortschreiten. Mögen nicht Tand und Staub den herrlichen Pfad beschmutzen. Lasst uns nicht durch Einzelheiten des Weges in Zweifel geraten. Sogar Abgründe kann man auf dem Regenbogen des Lichts überschreiten. Doch der Regenbogen kommt nach dem Sturm. So lasst uns das Ausmaß der Bestrebung im Gedächtnis bewahren. Keine menschliche Verwirrung, keine Lästerung wird den Pfad des herrlichen Opfers beschmutzen.

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