Bruderschaft II, § 90

Urusvati hat erfahren, dass eine Umlenkung des Sehvermögens Erinnerungen an frühere Verkörperungen heben kann. Man könnte meinen, dass die Fähigkeit zu solcher Konzentration des Sehvermögens jedem Menschen eigen sei, aber zwei Bedingungen lassen dies zu einer ausnahmsweisen Erfahrung im irdischen Körper geraten; erforderlich ist eine besondere Anspannung der psychischen Energie, und ebenso unerlässlich ist eine außerordentliche Anspannung der Sehnerven. Wie sich in einem Kaleidoskop aus einzelnen Teilchen ganze Bilder gestalten, so gewinnen aus den tiefliegenden Ausstrahlungen früherer Erfahrungen Bilder des Vergangenen Gestalt. Ich bestätige, dass dieses Experiment im irdischen Körper schwer durchzuführen ist. Wir lassen es nur selten zu, da es sich nachteilig auf das Sehvermögen auswirkt. So kann man im irdischen Körper viel Bemerkenswertes sehen, doch die Lebensbedingungen erlauben es oft nicht, diese naturgegebenen Möglichkeiten anzuwenden. Auch bei Uns müssen jene, die sich im physischen Körper aufhalten, umsichtig solche Anspannungen berücksichtigen. Die Menschen werden wahrscheinlich nicht verstehen, weshalb sogar in Unserer Wohnstatt die irdischen Gesetze Anwendung finden müssen. Für die Menschen ist entweder alles möglich oder alles unmöglich. Sie wollen nicht verstehen, dass es die Gesetze des Weltalls sind, die geachtet werden müssen. Viele Male haben die Menschen sich erst an Uns erinnert, wenn eine Tat bereits vollbracht war, oder sie bedachten Uns mit Vorhaltungen, wenn etwas sich noch nicht vollzogen hatte. Wir möchten nach Möglichkeit eine größere Anzahl von Voraussetzungen schaffen, die eine natürliche Verbindung mit Uns unterstützen. Früher sprachen Wir nicht darüber, wie leicht man mit Uns in Verbindung treten könne, doch jetzt erachten Wir es für notwendig, die Menschen daran zu erinnern, dass Wir bereit sind, dort zu helfen, wo die Umstände für solch eine Verbindung gegeben sind. In den vorausgegangenen Büchern sind viele Voraussetzungen zur Harmonisierung des menschlichen Bewusstseins aufgezeigt worden. Jene, die sich die Lehre aufmerksam aneignen, können den Weg der Verbindung mit Uns leicht verstehen. Wir sind keine Wahrsager, Wir sind keine Rächer, Wir sind keine Bedrücker, doch Wir sind die Weber von Flügeln, Wir sind die Schmiede der Rüstung, Wir sind die Führer des Denkens. Man muss jedoch verstehen, dass eine vielschichtig zusammengesetzte Energie einer umsichtigen Annäherung bedarf. Durch höchst unangemessene Berührungen kann große Not verursacht werden. Wir haben an das Beispiel erinnert, wie leicht man frühere Verkörperungen schauen kann, doch darunter kann das Sehvermögen leiden. Ebenso muss auch in der Verbindung mit Uns die Macht des Herzens angewandt werden, kein Zwang, sondern natürliche Bestrebung, die im Fundament des ganzen Lebens angelegt sein muss.

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