Bruderschaft II, § 887

Urusvati weiß, welches das Wesen der Selbsterhaltung ist. Sogar eine enge, materialistische Wissenschaft gesteht einen Instinkt der Selbsterhaltung zu. Beobachtungen an Tieren können überzeugende Beispiele geben. Der Spürsinn der Hunde erlaubt Beobachtungen über die Nähe einer unsichtbaren Welt. Der Mensch jedoch hat diese Fähigkeit leider verloren. Besonders die Übervölkerung der Städte ätzt gleichsam die wertvollsten Seiten des menschlichen Bewusstseins aus. Überdies dient eine die geistige Welt verneinende Wissenschaft der Abstumpfung der Menschheit. Die Menschen sind bereit, über die Überirdische Welt zu spotten, weshalb es unmöglich ist, ihnen zu erzählen, wie nützlich ihnen der Instinkt der Selbsterhaltung auf den räumlichen Wegen wäre. Nur wenige spüren, wie wichtig es ist, den Selbsterhaltungsinstinkt nicht nur für irdische, körperliche Erscheinungen zu entwickeln, sondern besonders zur Hebung psychischer Feinfühligkeit. Jede Erscheinung muss aufmerksam studiert werden, doch dafür muss man ihre Existenz in seinem Bewusstsein zugestehen, anderenfalls könnte der Hund dem Menschen zuvorkommen. Wundern wir uns nicht, wenn die junge Generation sich in einer schlimmeren Situation als die vorhergehenden befinden könnte. Sie wird der Technokratie unterworfen sein, und niemand wird ihr etwas von der Kunst des Denkens erzählen. Es ist unerlässlich, die besten Instinkte zu entwickeln. Unter ihnen wird auch eine heilsame Selbsterhaltung erstehen. Der Denker legte bisweilen Seine Hand auf das Haupt eines Schülers mit den Worten: ‘Schläft deine Wachsamkeit auch nicht?’

‹ § 886 · Inhaltsverzeichnis · § 888 ›