Bruderschaft II, § 881

Urusvati weiß, welches das Wesen der Selbstbestrebung ist. Die gesamte Menschheit teilt sich in Bestrebte und ziellos Herumtreibende. Warum nennen Wir die genannte Eigenschaft ‘Selbstbestrebung’? Dies deshalb, weil sie nicht von außen hervorgerufen werden kann. Sie muss im Menschen selbst geboren werden. Gewöhnlich vollzieht sich dieser Vorgang in der Überirdischen Welt, und die Keime dieses Vorgangs treiben dann während der Verkörperung aus. Gewiss lässt sich beobachten, dass sich Bestrebung zum Guten wie zum Bösen wenden kann. Der Mensch ist leider oft zum Bösen hin ausgerichtet, anders gesagt, zur Unwissenheit. Es muss von klein an daran erinnert werden, dass Unwissenheit das Böse darstellt. Diese alte Wahrheit haben die Menschen bis heute nicht angenommen. Der Unterricht in den Schulen vermittelt keine klare Vorstellung von ständigem Erkenntnisstreben. Nur selten vermag ein Lehrer die Freude des Erkenntnisstrebens in den Schülern zu entfachen. Begrenztes Wissen an Fakten, das nicht mit schöpferischem Denken vereint ist, stärkt das Streben nicht. Man könnte jede Bekundung schöpferischen Tuns als Magie bezeichnen. Ich bestätige, dass wahres Streben bereits schöpferisches Tun darstellt. Jede Lebensbedingung eröffnet eine Möglichkeit zu schöpferischem Tun. Wie herrlich ist die Fackel schöpferischen Tuns in der Unbegrenztheit für den Wanderer! Der Denker bestätigte: ‘Ich sammle die Samenkörner der Bestrebung, um einen herrlichen Garten zu schaffen.’

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