Bruderschaft II, § 873

Urusvati weiß, welches das Wesen der Erneuerung ist. Kaum jemand vermag sich an der Erneuerung des Bewusstseins zu erfreuen. Die meisten Menschen fürchten bereits die kleinste Andeutung von Erneuerung. Versucht, einem Menschen zu erklären, sein Bewusstsein sei baufällig und bedürfe der Erneuerung. Ihr werdet damit eine Feindseligkeit des Gesprächspartners nur noch verstärken. Es macht gar nichts, dass er selbst wiederholt von der Bewegung alles Existierenden und von der ständigen Entwicklung der Grundlagen spricht, er wird dennoch über das Wort ‘Erneuerung’ erschrecken, geradezu als ob es ihm den Boden unter seinen Füßen wegzöge. So stellt sich die Erneuerung gleichsam als Prüfstein dar, an dem man erkennen kann, ob ein Mensch fähig ist, sich zu vervollkommnen. Ebenso erforschen lässt sich damit, ob das Bewusstsein für die Überirdische Welt geöffnet ist. Ein zur Erkenntnis der Überirdischen Welt fähiger Mensch wird ein Freund der Erneuerung sein. Eine Reinigung der Grundlagen ist bei jeder Weltanschauung notwendig. Man darf nicht meinen, etwas sei unbeweglich, denn alles ist in Bewegung und entwickelt sich. Nur in dieser Überzeugung vermag man freudig in die Überirdische Welt einzutreten. Nur so kann man voranschreiten und das Bewusstsein erneuern. Der Denker sprach: ‘Stellen wir uns vor, wie erfolgreich die Welten sich entwickeln würden, wenn der Mensch die Freude der Erneuerung in sich zuließe.’

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