Bruderschaft II, § 871

Urusvati weiß, welches das Wesen der Fortdauer der Lebenskette ist. Die meisten Menschen fürchten diese natürliche Eigenschaft des Lebens. Sie erdenken sich viele Vorstellungen, um die gewünschten Unterbrechungen des Daseins zu finden. Die einen gehen davon aus, dass schon der Schlaf eine solche Unterbrechung sei, vergessen aber, dass er eine Erneuerung des Rhythmus und eine Berührung mit den Höheren Kräften darstellt. Andere gehen sogar noch weiter, in der Hoffnung, dass der sogenannte Tod das Leben beende. Sie wollen nicht verstehen, dass das Verlassen des irdischen Zustandes nur einige Veränderungen des menschlichen Wesens mit sich bringt. Die ununterbrochene Lebenskette ist ein Ausdruck der Schönheit des Weltalls. So wird Anspannung verständlich. Man kann ein neues Gewand anlegen, doch das Korn des Geistes lebt ununterbrochen fort. Doch es lebt nicht nur, sondern erwidert die Anziehung des kosmischen Magneten. Befindet die Menschheit sich etwa in einem derart niederen Zustand, dass sie das schönste Gesetz des Aufstieges nicht erkennt? Lasst uns also hoffen, der Mensch würde das Gesetz des Weltalls aufnehmen. Möge er der harmonischen Stimme der Natur lauschen. Möge er wenigstens die Möglichkeit überirdischen Lebens zugestehen, so werden Wir einen Berührungspunkt finden, von dem aus Wir das menschliche Bewusstsein zur Gesundung führen können. Der Denker sprach: ‘Erkennt, dass das Leben ununterbrochen fortdauert. Diese Erkenntnis wird euch zum Tor der Ewigkeit führen.’

‹ § 870 · Inhaltsverzeichnis · § 872 ›