Bruderschaft II, § 835

Urusvati weiß von der Kunst des Gleichgewichts. In ihrer Unwissenheit versucht die Menschheit, diese hohe Kunst mit allen Maßnahmen zu stören. Unter vielen Schädlingen wollen wir zwei hässliche Zwerge nicht vergessen – Schwermut und Gereiztheit. Wie aber kann man sie als Zwerge bezeichnen, wenn sie so schädlich sind? Die Ursache dessen ist einfach, denn jeder, auch ein Mensch von geringer Leistungsfähigkeit, vermag sie zu überwinden, wenn er es nur will. Wahrlich, nichtig sind die Ursachen für Gereiztheit und Schwermut. Jeder kann sich schämen, wenn er sich erinnert, wie er Willensschwäche bei sich zuließ. Auch auf dem Weg in die Überirdische Welt wird er die sich auferlegte Last bedauern. Beim Übergang in die Höheren Sphären kann man die Last nicht mehr begutachten. Besonders belastend sein werden nichtige Aufspeicherungen, die man auf der Erde als unbedeutend angesehen hat. Wie ein Nebel werden sie sich auf das verdüsterte Bewusstsein legen. Nur schwer wird der Mensch es dann verstehen, wie unvernünftig es war, das kostbare Gleichgewicht zu stören. Dummköpfe meinen, Gleichgewicht sei etwas Kaltes und Totes. Sie verstehen nicht, dass das Gleichgewicht von angespannten Schwingungen und dem Rhythmus der Aufstiegsbewegung bestimmt ist. Doch solange sie auf der Erde nicht erkennen, wie schädlich eine Verdüsterung ihrer Erkenntnisfähigkeit ist, werden sie in den Überirdischen Bereichen umherirren. Daher lasst uns bei jeder Gelegenheit an den Schaden von Gereiztheit und Schwermut erinnern. Der Denker sprach: ‘Wer in Gereiztheit und Schwermut fällt, kann nicht über die Unbegrenztheit nachdenken.’

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