Bruderschaft II, § 819

Urusvati weiß von der Macht des Herzens. Schon im fernen Altertum erkannten die Menschen nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Macht des Herzens. Die stärksten Gebete schwangen sich aus dem Herzen empor, doch wurde die Bedeutung des Herzens in den darauffolgenden Jahrhunderten auf die Ebene eines rein physischen Organs herabgewürdigt. Sehr bald richteten die Menschen ihre Aufmerksamkeit auf das Gehirn, und das Herz wurde für sie zu einem Hilfsorgan. Die Menschen haben vergessen, dass das Herz der Säer ist und das Gehirn der Pflüger und Schnitter. Niemand wird von einem Feld ohne eingebrachtes Saatgut eine Ernte erwarten, ebensowenig wird das Herz überirdische Samenkörner übergeben, wenn das Bewusstsein das Wissen von der Überirdischen Welt verloren hat. Man muss verstehen, dass die höchste Macht nicht in Erscheinung treten wird, wenn der Mensch sie nicht bewusst herbeiruft. Die Erkenntnis der Bedeutung des Herzens muss in der nächsten Zukunft wachsen; nicht allein das Studium des Gehirns, sondern die Erkenntnis sämtlicher Eigenschaften der Herztätigkeit muss ausgeweitet werden. Wir begrenzen die Erforschung des Herzens nicht nur auf den Aspekt der psychischen Energie. Möge die Wissenschaft in vielfältiger Weise an eine weitgreifende Erkenntnissuche herangehen. Gewiss, alle Gehirntätigkeit, das gesamte Nervensystem und sämtliche Drüsenabsonderungen werden als Kanäle einer einzigen Quelle erkannt werden – der des Herzens. Nichts sollte herabgesetzt werden, doch möge der Mensch erkennen, an welcher Stelle sein Dasein sich konzentriert. Lassen wir die wissenschaftlichen Errungenschaften der verschiedenen Völker, der alten wie der heutigen, nicht außeracht. Man darf alte Verständnisformen nicht einfach ablehnen, da in ihnen Funken der Wahrheit zu finden sind. Der Denker sprach: ‘Das Herz ist ein Führer. Das Herz ist ein Prophet. Das Herz ist ein überirdischer Bote.’

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