Bruderschaft II, § 817

Urusvati weiß von der Macht des feurigen Auges. Mag solche Bekundung der Energie auch als Magnetismus, Hypnotismus, Mesmerismus oder nach alter Anschauung als Verzauberung und heiliger Schlaf bezeichnet werden, so wird sie von ihrer Grundlage doch eine feurige Offenbarung der uranfänglichen Energie sein, die jedem Wesen in unterschiedlichem Maße verliehen ist. Doch weshalb können die einen diese Bekundung mit Leichtigkeit anwenden, während andere versichern, ihrer vollkommen beraubt zu sein? Mit einer solchen Behauptung machen die letzteren ihr heiliges Geschenk selbst unwirksam. Sie meinen, das Auge sei ihnen nur zum Sehen gegeben, vergessen jedoch, dass jeder Blick eine Energiesendung darstellt. Überdies wollen sie nicht wissen, dass die feurige Macht nur bei voller Erkenntnis ihrer Realität auflodert. Die Menschen suchen die höhere Verbindung, indem sie beständig ein Mantra sprechen, zunächst mit Worten, später in Gedanken. Doch sie vergessen die mächtigste Verbindung über das Feuer des Herzens; nur eine solche Erleuchtung bedarf keiner Worte und Gedanken. Sie lebt in einem feurigen Herzen, und nichts vermag dieses heilige Band zu zerreißen. Diese Realität ist die Grundlage der Wahrheit, und der Mensch ist befähigt, jene unaussprechliche Macht selbst zu entfalten. Für ihn wird jeder Blick eine Sendung und eine Erscheinung des guten Willens sein. Mögen solche natürlichen Erkenntnisprozesse auch Zeit erfordern, doch jede psychische Errungenschaft wird sowohl in der irdischen wie in der Überirdischen Welt ein unverrückbarer Besitz sein. Ein verfeinertes Bewusstsein erweitert sich von selbst, und der Mensch erkennt, dass man sowohl mit offenen als auch mit geschlossenen Augen sehen kann. Feurige Sendungen haben keine Grenzen. Natürlich kann der Mensch den Blick bewusst verstärken oder abschwächen, je nach den gewünschten Folgen. So trägt jeder Mensch einen feurigen Schatz in sich. Man muss hoffen, dass die Wissenschaft die psychische Energie erforscht. Der Denker sprach: ‘Weder Worte noch Gedanken, sondern das Herz erleuchtet den Weg des Wanderers.’

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