Urusvati weiß von der tiefen Bedeutung der alten Schweigegelübde. Wissenschaftlich lässt sich verstehen, dass die Menschen auf diesem Wege versuchten, eine Konzentration ihres Denkens zu erreichen. Überdies bereiteten sie sich in gewisser Weise auf den überirdischen Zustand vor. Natürlich muss man erkennen, dass jedes Bestreben zur Vertiefung des Denkens nützlich ist, doch lasst uns nicht vergessen, dass bei der Entwicklung des Bewusstseins der Natur kein Zwang angetan werden darf. Der Mensch vermag sein Denken ohne Zwang zu üben. Dem Menschen ist die Sprache gegeben, wozu also sollte er sich des Umgangs mit seinen Mitmenschen berauben? Auf gedanklichem Wege hat er nur ein begrenztes Ausdrucksvermögen, doch möge er mit all seinen Fähigkeiten zum Schönen streben. Der Mensch kann sich seiner einen Hand entledigen, um die Fähigkeiten der anderen zu vermehren, doch wird eine solche erzwungene Beschränkung vernünftig sein? Ein gesundes Denken bedarf des Gleichgewichts aller Organe. Hegen wir Hochachtung vor denen, die in früheren Zeiten das Schweigegelübde ablegten, denn sie taten dies im Wunsche nach Vervollkommnung. Doch die Evolution erfordert eine noch umfassendere Anwendung der menschlichen Kräfte. Möge der Mensch all seine Möglichkeiten wirksam anwenden, möge er in uneingeschränktem Erkenntnisstreben leben. Solch ein vernünftiges, kühnes Erkenntnisstreben wird seiner Arbeit wahre Freude verleihen. Wissen ist ein unverrückbares Recht des Menschen. Die Freiheit des Erkenntnisstrebens bedeutet Teilhabe an der Evolution. Jeder, der die Freiheit des Strebens nach Erkenntnis behindert, ist ein Feind der Evolution. Man muss verstehen, wie notwendig der Schatz des Erkenntnisstrebens für die Überirdische Welt ist. Wie ein unverlöschliches Licht führt es den Wanderer auf seinen überirdischen Wegen. Der Denker bestätigte: ‘Möge jede irdische Überwindung ein noch besserer Zugang zur Überirdischen Welt werden.’