Bruderschaft II, § 759

Urusvati weiß, wie wertvoll schweigende Zuwendung zur Überirdischen Welt ist. Jede wörtliche und gedankliche Zuwendung enthält eine Bitte, einen Wunsch oder irgendein menschliches Gefühl in sich, doch das Wesen der Überirdischen Welt ist unaussprechlich, es ist nicht in Worte zu fassen. Die Hinwendung zu einem hohen Wesen sollte ebenso wortlos erfolgen. Möge das Denken des Menschen für einen Augenblick ruhen, seine Augen geschlossen und sein Gehör verstummt sein – dann kann ein Seufzer den Menschen in höchste Überirdische Welten führen. Er möge nicht bitten, nicht fordern, nicht loben, sondern sich nur an das große Sein wenden. Jeder vermag einen Augenblick solchen Emporschwingens zu finden. Jeder kann die gesunde Stärkung durch die Berührung der Höchsten Welten wahrnehmen. Es bedarf keiner besonderen Beschwörungen. Der Geist strebt seiner Natur gemäß und wird von dem Großen Magneten angezogen. Gebt dem Geist nur die Freiheit, und bindet ihn nicht in menschliche Beschränkungen. Er wird sich selbst emporschwingen und jubelnd zurückkehren. Auf solche Weise wendet sich der Mensch zur Überirdischen Welt. Eine solche Zuwendung vollzieht sich weitaus häufiger, als man gemeinhin annimmt. Die Menschen bemerken nicht, wie sich eine Erneuerung vollzieht und schreiben sie irgendwelchen irdischen Bedingungen zu, doch groß ist der Wert der schweigenden Zuwendung zur Überirdischen Welt! Mögen die Menschen dieses Tor nicht vergessen. Der Denker riet den Schülern:’ Lernt es, die Größe der Gedanken nicht durch irdische Nichtigkeit herabzusetzen.’

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