Bruderschaft II, § 756

Urusvati weiß, wie tiefgreifend der Mensch erkennen muss, dass er in ewiger Bewegung und ständiger Umwandlung begriffen ist. Beide Bedingungen können wissenschaftlich bewiesen werden, und dennoch denken die Menschen nicht darüber nach. Besonders die zweite Bedingung, die Umwandlung, bereitet Schwierigkeiten. Die Menschen können noch zustimmen, dass sich Veränderung in Verbindung mit dem Wachstum und dem Gesundheitszustand vollzieht, nicht jedoch begreifen, in jeder Stunde in Umwandlung begriffen zu sein. Natürlich sind besonders empfindliche Apparate in der Lage, die Veränderung der menschlichen Schwingungen und aller Nervenzentren anzuzeigen, doch werden solche Apparate noch nicht angewandt, und erst vor kurzem ist der Wissenschaftszweig zur Erforschung der Nerven und der Drüsen entstanden. So wird das Wichtigste für die Erkenntnis der Überirdischen Welt missachtet. Ebenso missachtet wird das Studium des Gedankens. Doch nicht allein solche Grundfunktionen des Menschen schätzt man noch gering, selbst die den Menschen umgebende Atmosphäre wird nicht studiert. Man hat die Zusammensetzung der Luft entdeckt, übersieht aber die atmosphärischen Schwingungen und die mächtigen chemischen Einwirkungen auf alles Existierende. Kann man jedoch über Umwandlung sprechen, wenn es den Menschen leichter fällt, sich ihre Erstarrung vorzustellen? Auf den Wegen der Umwandlung erinnert euch des Vermächtnisses des Denkers: ‘Lernt es, geduldig fremdem Schmerz zuzuhören. Pflegt das Wohlwollen in euch, die Freude des anderen zu entfachen. Ihr kennt die Quelle der Leiden anderer nicht. Ihr kennt nicht die Ursachen, die die Freude entstehen lassen. Lernt es jedoch, den Nächsten zu erwärmen und ihn zu beflügeln.’

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