Bruderschaft II, § 751

Urusvati weiß, dass Furchtlosigkeit stärker als jegliche Art von Beschwörung ist. Ihr wisst jedoch auch, dass ein Sprung den Wert eines kostbaren Steines herabsetzt. So verliert auch Furchtlosigkeit ihre Kraft, wenn sie nicht vollständig ist. Man darf sich nicht damit beruhigen, der Mensch könne halbe Furchtlosigkeit besitzen. Er wird vor Furcht nicht sicher sein, und wie will er es dann wagen, in die Unbegrenztheit zu blicken? Möge der Mensch Furchtlosigkeit lernen, anderenfalls wird ihn die Überirdische Welt ängstigen. Es ist nicht leicht, Furchtlosigkeit zu erlernen, wenn keine in Vorleben gewachsene Kühnheit vorhanden ist. Jedes Hindernis der Vergangenheit hat bereits gelehrt, wie man es überwindet. Der in der Vergangenheit bekundete Sieg hilft, sich neuen Überwindungskämpfen zu stellen. Möge der Mensch nur verstehen, dass niemand ihn seines Lebens berauben kann. Es ist falsch zu meinen, Leben gebe es nur auf der Erde. Tapferkeit erstarkt durch das Bewusstsein, dass Leben unzerstörbar ist. Eine solche Überzeugung ist der Weg zur Furchtlosigkeit. Ebenso muss man sich klarmachen, dass nur das volle Verstehen der Unzerstörbarkeit des Lebens von Wert ist. Ein kleiner Beschwörer weiß bereits, dass sein Wort mit vollem Glauben ausgesprochen werden muss, da sonst auch die mächtigste Formel ihre Bedeutung verlieren wird. So möge der Mensch danach streben, völlige Furchtlosigkeit in sich zu tragen, wenn er in die Überirdische Welt schauen will. Furchtlosigkeit hebt die Schwingungen. Der Denker sprach: ‘Mitunter scheint es mir, als sei ich furchtlos, doch werde ich vor furchterregender Gefahr auch bestehen? – Ich befehle mir standzuhalten!’

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