Bruderschaft II, § 747

Urusvati weiß, dass ein synthetisches Bewusstsein das Ergebnis vieler Erfahrungen ist. Zu Beginn sammelt der Mensch eine Menge Informationen, später werden diese Informationen bei der Erweiterung des Bewusstseins nach Erkenntnis bestimmter Erscheinungen gruppiert. Schließlich fallen die einzelnen vertrockneten Blätter ab und es bleibt der Kristall der Erkenntnis, die Vervollkommnung des Menschen. Dieser Umgestaltungsprozess des Gedächtnisses kann wie ein Gedächtnisverlust aussehen, was aber falsch ist, denn die vielen Informationen verwandeln sich nur zu einer neuen Erkenntnis. Einem Menschen mit noch nicht gefestigtem Bewusstsein muss man aufzeigen, wie rasch die Synthese zu weisen, zusammenfassenden Schlussfolgerungen hinführen kann. Bei überaus bedeutenden Entdeckungen kann beobachtet werden, wie rasch sich das Verständnis der Forscher in zusammenfassende Schlussfolgerungen wandelt. Solche Phasen bezeichnet man richtigerweise als Erleuchtung, aufgetürmte Informationen fallen ab wenn ein Pfeil seinem Ziel zustrebt. Diese Synthese tritt besonders beim Nachdenken über das Überirdische in Erscheinung, darum lasst uns jederzeit bereit sein, durch Nachdenken zum Wesentlichen zu streben, zum Ziel der irdischen Existenz. Lernen wir zu verstehen, dass die Erkenntnis des Überirdischen alle Wissenschaften übertrifft. Der Denker sprach: ‘Lernt es, alles zurückzulassen, was eine Erkenntnis des Überirdischen behindert.’

‹ § 746 · Inhaltsverzeichnis · § 748 ›