Urusvati weiß, wie sehr die Menschen sogar einfachste Begriffe entstellen. Sie fassen Ruhe als leblose Untätigkeit auf, doch stellt gerade Ruhe angespannte psychische Tätigkeit dar, einem klaren Brunnen gleich, an dessen Grund heilsame Quellen ihr Nass zum Wohl der Menschheit herbeitragen. So muss man die Ruhe als vertiefte, erhabene Arbeit ansehen. Der Lehrer prüft den Schüler vor allem darauf hin, ob er in einer Stunde besonderer Anspannung Ruhe bewahrt. Es ist verblüffend, wie selten die Menschen diese Prüfung bestehen. Die Ursache liegt darin, dass die Menschen die Höhere Welt und die psychische Energie nicht anerkennen. Sie meinen, grobe physische Bedingungen seien trotz allem bedeutsamer. Man kann solche Unwissenheit bedauern, da sie eine Vielzahl bester Möglichkeiten fortgetragen hat. Ihr selbst habt oft gesehen, dass selbst gebildete Menschen wissenschaftlichen Grundlagen keine Aufmerksamkeit widmen wollten. Ihre eigene Wissenschaft schleppt wie ein träges Pferd mit verbundenen Augen seinen Karren hinter sich her. Wir werden nicht müde, immer wieder von den Wegen zu sprechen, die frei von Vorurteilen sind. Man könnte fragen, was daran Neues sei. Möge man sich jedoch vor Augen halten, wieviele neue Wege der Menschheit bevorstehen. Mögen an der neuen Evolution alle teilnehmen. Nicht einige besonders Auserwählte, sondern alle, die sich als Mensch bezeichnen. Mögen sie an die gemeinsame Arbeit gehen, die die Höhere Welt eröffnet. Lasst uns keine wichtigtuerischen Worte von uns geben. Möge die Arbeit aufrichtiger Erkenntnissuche die Arbeit des Alltags sein. Auch an solcher Arbeit sollten alle teilnehmen. Vergessen wir nicht, dass jeder Mensch ein Träger der psychischen Energie ist und wenigstens einige ihrer Erscheinungsformen erfahren kann. Auf solche Weise wird der Mensch sich einem neuen Glück nähern und verstehen, was Gemeinwohl bedeutet. Der Denker wies darauf hin, dass derjenige, der die Ruhe bewahren könne, bereits in einen heilsamen Brunnen geblickt hat.