Bruderschaft II, § 722

Urusvati weiß von der Bedeutung des Rhythmus beständigen Verkehrs mit der Höheren Welt. Der Rhythmus höherer Energien wird durch langjährige Arbeit erreicht. Man darf nicht denken, eine Erleuchtung könne diesen Rhythmus festigen. Zunächst sind Hinwendungen in Worten erforderlich, die sich dann in schweigendes Streben wandeln und schließlich in einen Rhythmus zusammenfließen, der beständig im Herzen erklingt, im Wachen und im Schlafen. Eine grundlegende Eigenschaft verstärkt die Schwingung. Wir nennen diese Eigenschaft ekstatische Liebe; in ihr sind höchste Hingabe, unauslöschliches Vertrauen und unerschöpfliche Macht enthalten. Eine solche Stufe des Aufstieges ist sehr hochstehend, doch nirgends gibt es ein Ende. Man kann es als eine sehr hohe Prüfung bezeichnen, wenn die geschaffene Stufe sich im irdischen Leben vollzieht, ohne vom Alltag abzuweichen. Natürlich ist es schwer, die Öllampe inmitten grober Schwingungen, Unwissenheit und Bosheit zu tragen, doch umso herausragender ist die Errungenschaft. Nicht in einer Abweichung vom Leben, sondern in ständiger Bestrebung zur Höheren Welt vollzieht sich jene Aufnahme des Höheren, die die Menschen Synthese nennen. Wie selten lassen sich im Leben Arbeiter finden, die sich dem Dienst an der höheren Welt widmen! Mitunter sprechen die Menschen vom Gemeinwohl, doch dieses wird erst möglich werden, wenn die Höhere Welt angenommen wird. Nur auf solche Weise wird das Ziel der Vervollkommnung ein weises sein und alles menschliche Suchen zusammenführen können. Man kann sich verschiedene Wanderer vorstellen, die auf demselben Pfad zu gehen versuchen und sich nur in ihren Worten unterscheiden. Der Denker sprach zu Seinen Schülern: ‘Nehmt auf, versteht und liebt.’

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