Bruderschaft II, § 716

Urusvati weiß, wie gut man im fernen Altertum die Bedeutung der menschlichen Ausstrahlungen verstand. Oftmals vollzog man Heilungen durch Auflegen der Hände oder umgab einen Kranken mit Gesunden. Doch mit der Zeit unterließen die Menschen es nicht nur, diese heilsamen Eigenschaften weiterzuentwickeln, sondern vergaßen sie sogar. Als der Mesmerismus an solche Einflussnahmen erinnerte, hielten die Menschen ihn für vollkommen neu und ungewöhnlich. Ich spreche davon, um daran zu erinnern, wie oft die Menschheit ihre Errungenschaften vergaß. Gerade schien es, als befinde sich die Wissenschaft in unaufhörlicher Fortbewegung, doch dann wird klar, dass diese in Sprüngen und mit vielen Stockungen verlief. Doch sollten die Menschen sich nicht mit einer solchen Gewohnheit bescheiden. Dereinst werden sie sich viele vergessene Errungenschaften wieder vorstellen können. Es wäre nützlich, ein Buch über vergessene Wege zu schreiben. Es wird nicht nur übernatürliche Erscheinungen berühren, sondern auch auf eine natürliche Geschichte verweisen, aus deren Seiten vieles ursprünglich bekannt, doch dann wieder vergessen war. Man muss die breiten Massen an ihre vergessenen Errungenschaften erinnern. Hindernisse wird es dabei nicht wenige geben, da gleiche Begriffe in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich zum Ausdruck kommen. Man muss viele Sprachen und die Psychologien der Völker kennen, um die Verbindung der Erkenntnisse zu verfolgen, die über die Jahrhunderte verstreut wurden. Bei solchen Nachforschungen muss man seine Aufmerksamkeit auf überirdische Gegebenheiten richten, die in den Archiven der Volksweisheit reichlich verstreut sind. Man darf die früheren Errungenschaften nicht missachten. Es ist unvernünftig zu sagen: ‘Lasst uns mit dem Heute beginnen’, wenn gestern bereits Schätze gesammelt wurden. Die Überirdische Welt ist in den Überlieferungen vielfach dargestellt worden, und dies in herrlichen Beschreibungen! So kann man vorwärtsschreiten, ohne Schmutz auf Vergangenes zu werfen. Der Denker sprach: ‘Hütet euch vor den Wegen der Unwissenheit, denn sie sind schmutzig.’

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