Urusvati weiß, wie sehr die Menschheit von den Gespenstern der Widersprüche gequält wird. Der Mensch selbst hat diese Phantome entwickelt und vertieft. Sogar der grundlegende Begriff der uranfänglichen Energie ist von Überlegungen umgeben, die sich wenig vereinbaren lassen. So sagen Wir, die Energie sei unerschöpflich und sprechen gleichzeitig davon, in jeder Hinsicht behutsam mit ihr umzugehen. Doch der Mensch schreit bereits von Widerspruch. Jeder fürsorgliche Hausherr aber weiß, dass alles Wertvolle gehütet werden muss. So sprechen Wir auch von der Beständigkeit der Energie, und die Menschen klagen gerade über ihre Unbeständigkeit. Ihr Wesen liegt jedoch nicht in einer Unbeständigkeit, sondern in ihrer Mannigfaltigkeit. Genauso suchen die Menschen irdische Fristen und Eigenschaften anzusetzen, vergessen dabei jedoch, dass das Leben der Feinstofflichen Welt nicht nach dem irdischen Kalender verläuft. Nicht ohne Grund wurde im Altertum gefordert, dass man Widersprüche verarbeiten müsse. Ein Schüler, der in Widersprüchen steckenblieb, hielt sich lange hinter dieser Schwelle zurück. Er vermochte nicht nur nicht über das Überirdische nachzudenken, sondern verlor sogar seinen irdischen Weg. Verstand er die Bedeutung der Zweckmäßigkeit und Zielgerichtetheit, konnte er die Lösung finden, doch wenn er sich in den Widersprüchen verirrte, ging ihm sogar der Sinn für die Zweckmäßigkeit verloren. Der Denker sprach: ‘Wenn alles Gelesene uns an Zweckmäßigkeit erinnern könnte, so würden wir den Drachen der Widersprüche vertreiben.’