Bruderschaft II, § 685

Urusvati weiß, dass sich die heutige Wissenschaft vor einem Jahrhundert zu entwickeln begann. Eine jede Neubildung solcher Art hat den Auftrag, früher gewonnene Erkenntnisse in die Tat umzusetzen, ist aber auch von einer Aufteilung in viele verschiedene Wege geprägt, was eine schädliche Eingrenzung verursacht. Auch ist die Menschheit jetzt auf eine neue Stufe gelangt, auf der alte Wahrheiten in Erscheinung treten und die Notwendigkeit einer Synthese zu spüren ist. Was aber ruft solche Merkmale der Erneuerung hervor? Man darf nicht glauben, dass die Schulbildung befriedigend sei. Ebensowenig darf man sich damit beruhigen, dass unabänderliche Fristen eintreten und karmische Ströme schon irgendwie auf die Menschheit einwirken würden. Man muss auch nach weiteren Ursachen forschen, die eine Wandlung des Denkens unterstützen. Unter diesen Ursachen befinden sich die verstärkte Einbeziehung ungewöhnlicher Kräfte der Elektrizität wie auch die verstärkte Produktion chemischer Stoffe. Auf solche Weise können durchaus physische Ursachen Einfluss auf das Denken ausüben. Genau diese Ursachen bewirken auch Entzündungen der Drüsen. Der Mensch bemerkt nicht, wie sehr er sich auf seinen engbegrenzten Wegen materiellen Zweckmäßigkeitsdenkens dennoch einer Verfeinerung des Bewusstseins annähert. Natürlich dürfen wir nicht glauben, dass ein derartiges Zweckdenken bereits eine neue Epoche schaffen würde, doch wenn die Djin Tempel erbauen können, so wird auch die durch chemische Substanzen erzeugte Anspannung die Menschheit zu verbessertem Suchen drängen. So können selbst die Tage des Harmagedon Samenkörner fortschrittlicher Erscheinungen schaffen. Der Denker sah das Stöhnen der Menschheit bereits lange voraus, doch sah Er auch, dass sich dieses Stöhnen in einen feierlichen Siegesruf verwandeln würde.

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