Bruderschaft II, § 67

Urusvati weiß, dass man Unsere Freunde unmöglich nach irdischen Maßstäben erkennen kann. Die Verbreitung Unserer Mitarbeiter kann dem irdischen Verständnis nicht angepasst werden. Sie können sich in den unterschiedlichsten, ja sogar einander entgegengesetzten Lagern befinden. In Kämpfen können sie auf beiden Seiten auftreten. Es ist unmöglich, dem irdischen Bewusstsein den Grund für solche Gegensätzlichkeiten zu erklären, doch Unsere Gemeinschaft handelt nicht irdischen Gesetzen gemäß. Ein erweitertes Bewusstsein vermag zu begreifen, dass es Zusammenhänge jenseits unserer grobstofflichen Gesetzmäßigkeiten geben kann. Ist es denn so schwer vorstellbar, dass Unsere Freunde sich an verschiedenen Teilen der Welt befinden und in ihrer jeweiligen, ganz individuellen Art und Weise dem menschlichen Wahnsinn Einhalt gebieten können? Ohne einander kennen zu müssen, sind sie dennoch für ein und dasselbe, das Allgemeinwohl, tätig. Oftmals haben Unsere Freunde darum gebeten, ihnen ein gemeinsames Zeichen zu geben, an dem sie sich gegenseitig erkennen könnten. Doch solche Versuche sind unschön geendet. Sie haben vor allem verschiedene Verräter ermuntert. So haben Wir aufgehört, über äußere Unterscheidungsmerkmale nachzusinnen, und nur im engsten Kreise gestatten Wir ein Zeichen Unserer Wohnstatt. Man sollte auch hierbei in keiner Hinsicht irdische Bedingungen vermuten. Das Herz kann auch jenseits irdischer Begrenzungen etwas erahnen. Der Gedanke an Uns kann ganz in der Tiefe des Herzens brennen. Unser Mitarbeiter wird sich selbst nicht als eingeweiht bezeichnen, noch sich seiner Exklusivität brüsten. Unsere Maßstäbe liegen jenseits irdischer Kategorien. Auch wenn Unsere Freunde dazu genötigt sein sollten, irdische Auszeichnungen anzunehmen, kennen sie deren Wert. Einmal erschien Unser Bruder bei einer Regierungsstelle, bedeckt mit Auszeichnungen, und Sein Freund sagte Ihm lächelnd: ‘Schwer sind die irdischen Auszeichnungen!’ Doch Unser Bruder erwiderte: ‘Dem Schlüsselhalter sind die Schlüssel auch nicht leicht.’ Mit solcher Einstellung muss man irdische Auszeichnungen annehmen. Sollte es etwa unmöglich sein, dass Wir erste weltliche Stellungen einnehmen?! Wir lassen dies jedoch nur manchmal, als ein besonderes Opfer, zu. In weitem Maße muss man die überirdischen Möglichkeiten verstehen. Bei Uns ist man sehr betrübt, wenn es notwendig werden sollte, einen Bruder oder eine Schwester auf eine irdische Reise gehen zu lassen. Wer wird ein solches Opfer verstehen? Wer wird sich bemühen, gegenüber einer ungewöhnlichen Erscheinung behutsam zu sein? Wird eine solche Reise nicht dem Tragen eines Kreuzes gleichen? Den Menschen sind herrliche Symbole gegeben, doch selten dringt jemand in ihre tiefe Bedeutung ein.

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