Bruderschaft II, § 669

Urusvati weiß, dass der Gedanke schafft und zerstört. Gleichzeitig sprechen Wir von der Unzerstörbarkeit des Gedankens. Darin liegt keinerlei Widerspruch. Zerstörung ist keine Vernichtung. Die von der Gedankenenergie geschaffene Substanz kann nicht vernichtet werden. Ein Baumeister kann sein Baumaterial nicht vernichten. Er kann die Hülle zerstören. Er kann den Zustand des Materials verändern, nicht jedoch vernichten. Dieser Grundsatz erlegt dem Denkenden eine besondere Verantwortung auf. Es ist richtig, dass es unter den feinstofflichen Bildungen viel Hässliches gibt, das jedoch der Notwendigkeit zur Umwandlung unterliegt. Wieviel Energie aber ist erforderlich, aus unvollkommenem Material etwas Schönes zu gestalten! Unsere Beobachtungen bringen Uns nicht wenig Kümmernisse, wenn Wir sehen müssen, wie unüberlegt und geschmacklos kostbarste Energie vergeudet wird. Dabei muss man sehen, dass ein energischer und dabei vorurteilsvoller Geist viel Hässliches schaffen kann. Ihr wisst, dass das Vorurteil auch im irdischen Leben ein schlechter Ratgeber ist. Es ist erstaunlich, wie sehr manche Denker vom Gefühl des Schönen entfernt waren! Auf anderen Gebieten bewiesen sie Logik des Denkens, doch im Bereich des Schönen blieb ihr Auge vollkommen geschlossen. Eine solche Missbildung lässt sich nicht selten antreffen, und solche Verunstalter zeichnen sich durch großen Dünkel aus. Gewöhnlich ist es mit ihnen in diesem Leben bereits hoffnungslos, und in der Feinstofflichen Welt erweisen sie sich dann als echte Schädlinge. Im irdischen Leben kann man mit ihnen unmöglich über das Überirdische sprechen, und in der Feinstofflichen Welt werden sie die Schönheit des Kosmos nicht sehen können. Der Denker sprach: ‘Mensch, du schleppst eine lange Kette nichtswürdiger Gedanken hinter dir her. Willst du in der Überirdischen Welt etwa von denselben abscheulichen Begleitern umgeben sein?’

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