Bruderschaft II, § 631

Urusvati weiß, dass viele den Begriff des Rhythmus einschränken. Ihrer Meinung nach kommt Rhythmus in Musik, Gesang, Tanz und Dichtung zum Ausdruck, doch vergessen sie den hauptsächlichen Rhythmus, der sich im gesamten Universum ergießt und das gesamte Leben nährt. Vor diesem uranfänglichen Rhythmus erweisen sich unsere irdischen Erscheinungen als langweilig. Für eine ungeordnete Lebensweise wird bereits jede rhythmische Handlung heilsam sein, doch ist dies nur die Schwelle zum erhabenen Rhythmus des Weltalls. Mögen die Menschen darüber nachdenken, weshalb die einen Handlungen überzeugend sind, andere indessen die Saiten des Herzens nicht berühren. Wir antworten: Der innere Rhythmus wirkt überzeugend und bereitet die Anwesenden auf eine Aufnahme des Gesagten und Getanen vor, ohne dass sie diesen Vorgang bemerken würden. Die Tätigkeit der großen Spirale ist eine der Ausdrucksformen des großen Rhythmus. Ein Leser Unserer Gespräche rief aus: ‘So windet sich das Wissen des Lebens!’ Er hat diesen Vergleich richtig gezogen. Wenn man das System der Gespräche analysiert, wird man eine Spirale als besten Zugang zu den Lebensgesetzen vorfinden. Man kann keine These abschließend definieren; ihre Erklärung ergibt sich nicht allein aus dem Gesagten, sondern auch aus dem Bewusstseinszustand des Gesprächsteilnehmers. Doch das Bewusstsein verändert sich, und es ist nützlich, ein neues Urteil zu vermitteln, damit die Empfangenden sich erneuern. So lässt sich der Rhythmus des Weltalls im gesamten Leben feststellen. Der Denker vermochte das Bewusstsein des Rhythmus zu erwecken: ‘Nicht in Tänzen, sondern im Pochen des Herzens haben wir das beste Beispiel des universalen Rhythmus.’

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