Bruderschaft II, § 619

Urusvati weiß, wie herrlich die Ausstrahlung des Vertrauens ist. Aus Felsen des Vertrauens setzt sich der Berg der Treue zusammen, der das Weltall verschönert. In dem Begriff der Treue vereinigen sich die besten Lebensgrundlagen: Liebe, Schönheit, Hingabe, Tapferkeit und Weisheit. Treue ist die Folge vieler in Besonnenheit durchschrittener Existenzen. Antipoden der Treue sind Treulosigkeit und Verrat, anders gesagt, die größte Schande der Menschheit. Im Gegensatz dazu bildet die Treue wahrlich den Gipfel des Berges. Unter einem Antipoden muss man sich einen Verfolger vorstellen. Treue muss als ein großer Schatz gewertet werden. Die kosmische Gerechtigkeit erweist sich für bezeugte Treue als freigebig. Doch die Belohnung erfolgt zur Frist. Nur wenige können diese fristgemäße Belohnung verstehen. Um die Frist zu verstehen, muss man eine hohe Stufe des Vertrauens offenbaren. Für eine solche Stufe des Vertrauens werden Wir dankbar sein. Gegenseitige Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Harmonie. Diese einfache Bestätigung erscheint vielen als unsinnig. In solchen Herzen lebt weder Dankbarkeit noch Treue. Urusvati kennt die Kraft dieser Eigenschaften. Sogar bei großen Arbeiten erleuchten sie den Lebensweg. Es muss ein rohes Herz sein, das Vertrauen und Dankbarkeit nicht kennt. Die Schlauen auf dem Marktplatz lächeln und zählen auf, wie oft sie das Vertrauen eines anderen betrogen haben. Sie haben damit ihren Geldbeutel gefüllt und sich einen schweren Buckel geschaffen. Es ist besser, dass ein Mensch betrogen wird als selbst der Betrüger zu sein. Die Eigenschaft des Vertrauens lässt viele Erfolge entstehen. Doch möge diese gesegnete Eigenschaft nicht auf ungewöhnliche Zufälle warten, um sich zu offenbaren. Das alltägliche Leben gewährt die besten Möglichkeiten, um diese hervorragende Eigenschaft zu bekunden. So wird die feste Verbindung zu Uns geschmiedet. In einem einzigen Augenblick vermag der herrliche Purpur des Vertrauens zu erstrahlen. Welch mächtiges Sperrnetz entsteht! Nicht selten haben Wir von Freunden gesprochen, doch muss man dabei die wahren Freunde im Sinne haben. Es kann leichtfertige und unbesonnene Freunde geben, was durch unzureichende Treue verursacht ist. Wenn wir etwas sehr schätzen, so hüten wir es auch. So stehen der Fels des Vertrauens und der Berg der Treue unerschütterlich. Der Denker sprach: ‘Wenn ich auf den Markt gehe, wer wird mich dort betrügen? Der Betrügende weiß jedoch nicht, dass er mir damit einen Passierschein zum besten Ufer des Styx ausstellt.’

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