Bruderschaft II, § 617

Urusvati weiß, dass eine ganz gewöhnliche, banale Erwägung einen sehr feinstofflichen und herrlichen Gedanken für immer vertreiben kann. Man wird sagen: ‘Kann denn das möglich sein? Und was für eine grobe Kraft sollte es denn sein, die einen überirdischen Gedanken vertreibt?’ Dies beweist nur sehr anschaulich den Gegensatz von Grobstofflichem und Überirdischem. Man kann sehr erstaunt sein, wenn ein überirdischer Gast vor einer groben Berührung fortfliegt. Doch schätzen die Menschen überirdische Briefe wenig. Sie stellen sich nicht vor, wieviel Arbeit es für die Überirdischen Freunde bedeutet, einen Gedanken durch die grobstofflichen Hüllen hindurchzubringen. Die Überirdischen Freunde haben die besten atmosphärischen Bedingungen ausgesucht, damit nichts Ihre Sendung störe. Sie haben auf die Stunde gewartet, da die Irdischen frei von Gereiztheit ihr psychisches Ohr öffnen. Alle Bedingungen scheinen vorausbedacht und bewältigt, doch dann geht ein Marktschreier vorbei, und der gewobene Gedanke wird vertrieben. Der Mensch lässt einen solchen Gedanken leichtfertig unbeobachtet wie eine lästige Fliege. Er beklagt sich, dass irgendeine Phantasterei sich in seinen Kopf eingeschlichen habe. Er denkt nicht darüber nach, dass ein Überirdischer Freund ihn vor Unglück bewahren wollte. Er stellt nicht anheim, dass sich jemand darum bemüht, für ihn eine schwere Lebensaufgabe zu lösen. Ein im Alltagsleben befangener Geist vermag kein Vorstellungsvermögen über eine Zusammenarbeit jenseits der irdischen Grenzen zu bekunden. Es ist den Überirdischen Freunden schwer, Briefe zur Erde zu senden, besonders wenn sie dringend sind. Zudem eilen böse Spötter, eine gute Botschaft zu verhindern. Sie versuchen, ihr zuvorzukommen, und der Mensch ist leider oft geneigt, der hinterlistigen Stimme zuzuhören. Das Bewusstsein eines Menschen ist selten derart erweitert und hochstehend, dass es die Qualität der Sendungen unterscheiden könnte. Der Mensch ist in Alltagssorgen befangen, und die Stimme des Schweigens wurde nicht gehört. So ist es für die Überirdischen Freunde und Uns schwer, wenn ein taubes Ohr gegeben ist und Marktgeschwätz vorgezogen wird. Der Denker bat seine Schüler: ‘Seid Tag und Nacht auf der Wacht. Ihr wisst den Moment nicht, da eine überirdische Botschaft herbeifliegen wird. Werdet ihr sie etwa zurückweisen?’

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