Bruderschaft II, § 61

Urusvati wird sich nicht entziehen und sich nicht fürchten, in der Zeit der Schlacht mit Uns zu sein. Viele erschrecken schon bei der Erwähnung einer Schlacht. Andere geraten angesichts langer Fristen des Kampfes in äußerste Bestürzung. Dritte schließlich verfallen in endgültiges Entsetzen, wenn sie erfahren, dass die Schlacht ohne Ende ist. Die Menschen lieben es, sich angesichts der Unbegrenztheit an einer Endlichkeit festzuhalten. Man könnte lächeln, wenn man das Entsetzen der Menschen sieht, die sich als Kenner des Okkultismus dünken. Leicht fällt es ihnen, Traktate zu schreiben, jedoch erblassen sie beim Wort über die Schlacht. Sehr weit von Tätigkeit entfernt sind viele, die so hochmütig und wichtigtuerisch von ihrer eigenen Einweihung sprechen. Wie soll man sie dazu anhalten, die Schlacht für das Gute liebzugewinnen! Es gibt keine Worte, die einen Feigling in einen Tapferen verwandeln. Nur die Gefahr kann dazu anspornen zur Tat zu streben. Gerade ein Feigling muss sich der Gefahr stellen. Die Menschen flehen oft darum, vor Gefahr behütet zu werden, doch für ihr Wachstum ist die Gefahr unerlässlich. Ebenso kann die Unendlichkeit der Schlacht einige unwissende Menschen sehr beunruhigen. Es ist unmöglich, zu Unvorbereiteten von der Unbegrenztheit der Schlacht zu sprechen. Mögen sie lieber bei ihrem Begriff von Sieg bleiben, so wie sie ihn fassen können. Natürlich, bei einem solchen Verständnis von Sieg schwebt über ihnen auch drohend das Trugbild der Niederlage. Angesichts der Schlacht in der Unbegrenztheit kennen Wir keine Niederlage. Wir werden die finsteren Gegner nicht herabsetzen, denn sie sind nicht von geringer Art. Ihre Mittel sind raffiniert, und sie wissen von der Unbegrenztheit. Doch Wir wissen auch noch etwas, das sich außerhalb ihres Wissens befindet. Sie verstehen, dass etwas für sie Unzugängliches existiert. Gewaltig ist ihre Wut über diese Beschränkung, doch so ist das Gesetz. Es ist erstaunlich zu verfolgen, mit welch niederträchtigen Methoden sie die Menschen anlocken. Das bedeutet also, dass man sich nicht auf irdische Eintagsfliegen stützen darf, sondern auf unwandelbare Werte. Man könnte Uns fragen, ob Wir während der Schlacht nicht in Erschöpfung gerieten. Solch ein Ausdruck ist unpassend; es wäre zutreffender, nach dem Grad der Anspannung zu fragen – sie ist schlechthin groß. Wenn Schwester Urusvati das Fallen Unserer Schweißtropfen gehört hat, so kann man sich die Anspannung aller Energien vorstellen! Wenn die Haare im elektrischen Wirbel aufrecht stehen, so kann man sich Unsere Anspannung vorstellen! Wir verbergen es nicht, dass die Schlacht Momente allerhöchster Anspannung mit sich bringt. Wenn sich hier jemand fürchtet, der möge sich der Schlacht für das Gute nicht nähern. Wenn hier jemand menschliches Urteil fürchtet, der denke nicht über die Grundlagen der Ethik nach. Wenn hier jemand um sein irdisches Leben zittert, möge er dahingehen, um in der Finsternis ganz zu verfaulen. Es lässt sich beobachten, dass ein Feigling schneller als ein Tapferer zugrunde geht. Man kann sich davon überzeugen, dass, wer den Tod fürchtet, ihn herbeiruft. So wird an allen Erscheinungen sichtbar, dass es nützlich ist, ein Bewusstsein für das Gute zu entwickeln. Wir werden nicht länger bei den Epidemien der Furcht verweilen, denn wenn Wir über die Bruderschaft sprechen, kann die Furcht keinen Platz haben.

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