Bruderschaft II, § 604

Urusvati weiß von Unserer Freude, wenn Wir einem würdigen Tatmenschen helfen und ihm einen guten Rat erteilen können. Doch müssen zwei Erschwernisse genannt werden, die dabei oft auftreten. Das erste ist darin begründet, dass die Menschen jeden Rat gern auf ihre eigene Weise deuten. Achtet darauf, dass auch der einfachste Rat dem Verständnis des Empfangenden gemäß ausgelegt werden kann. Es wurde zwar gesagt, man solle dem Bewusstsein des anderen gemäß sprechen, doch ist dies nicht leicht. Das Bewusstsein stellt sich mitunter als ein einziges Konglomerat dar, und der eine Teil des Ratschlages entspricht dem Verständnis des Empfangenden, der andere wird jedoch nicht angewandt. So muss man die Folgen eines Ratschlages überwachen. Die Menschen sind individuell geartet. Wahrlich, sie folgen keinem Gesetz, selbst dem klarsten nicht. So wollen die Menschen nicht anerkennen, dass Gedanke und Wort einen mächtigen Sender darstellen. Hierin besteht die zweite Erschwernis. Einige nehmen zwar an, dass das Wort, wie der Ton, schon eine gewisse räumliche Ausbreitung erfährt, was man der Gedankenenergie jedoch nicht zugesteht. Kann man einen Menschen davon überzeugen, dass jedes seiner Worte auch Zuhörer hat und der Gedanke, als ein feinstoffliches Phänomen, in viel weiterem Umkreis aufgefangen wird als ein Wort? Wem sollte dies denn wichtig sein, wenn die Existenz unsichtbarer Welten kaum aufgenommen wird! Es muss darauf hingewiesen werden, dass gewisse Gedanken verschlossen werden können, doch muss für einen solchen Erfolg der feinstoffliche Zustand verstanden werden. Denkt daran, wieviele Ratschläge verzerrt oder vorzeitig ausgeplaudert werden können. Der Denker sprach: ‘Der Hirte Theokles versicherte, er sei heimlich auf die Höhe des Olymp gedrungen und habe dort nichts angetroffen. Vielleicht nahm er an, eine prunkvoll gedeckte Tafel vorzufinden, an der man ihm berauschenden Nektar und eine besonders große Scheibe Ambrosia reichen würde.’

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